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Krefeld Pinguine: Roger Nicholas: „Das oberste Ziel ist attraktives Eishockey“

Krefeld Pinguine : Roger Nicholas: „Das oberste Ziel ist attraktives Eishockey“

Dieses Duo will die Krefeld Pinguine in eine rosigere Zukunft führen: Der Extra-Tipp traf in dieser Woche exklusiv Roger Nicholas, der zum 1. Mai die Ämter des Geschäftsführers und Sportdirektors übernahm, sowie Sergey Saveljev, der die Sportliche Leitung unterstützen soll und auch den neuen Cheftrainer Glen Hanlon an die Westparkstraße lotste.

Den Niederrhein hat Roger Nicholas nie wirklich aus den Augen verloren. Wie kann es auch, begann seine Karriere in Deutschland doch mit einem Engagement in Moers. „Ich war damals oft in Krefeld, wir waren mit den Jungs hier abends aus. Später habe ich dann auch mit Mannheim gegen den KEV gespielt. Und vor einigen Jahren kehrte ich als Oldie zum Kremershof-Cup und All-Star-Game zurück“, sagt der 62-jährige US-Amerikaner leicht verschmitzt und in nahezu perfektem Deutsch. Er resümiert: „Ich erinnere mich gerne an diese Zeit.“ Doch dann zögert Roger Nicholas kurz und verweist auf eine Narbe in seinem Gesicht: „Die stammt von da drüben, aus der Rheinlandhalle. Das war ein Fight mit Ken Brown.“ Erinnerungen, die bislang beim Blick in den Spiegel wach wurden, künftig jedoch fast täglich präsent sein werden. Denn die „Alte Dame“ auf der Westparkstraße ist nur wenige Schritte vom neuen Arbeitsplatz des 62-Jährigen entfernt.

Seit dem 1. Mai ist Roger Nicholas, der seine aktive Karriere wegen einer Kneverletzung vorzeitig beenden musste, zurück auf der Eishockeybühne. In Krefeld bekleidet er fortan die Ämter des Geschäftsführers und Sportdirektors der Pinguine. Der Extra-Tipp traf ihn an seiner neuen Wirkungsstätte, der Geschäftsstelle in der Yayla-Arena. An seiner Seite sitzt, in Coronazeiten mit gebührendem Abstand, Sergey Saveljev und lauscht aufmerksam den Ausführungen seines neuen Chefs. Erinnern kann sich der 24-Jährige daran freilich nicht. Doch das will nichts heißen. Trotz seines jungen Alters hat sich der gebürtige Lette bereits als Inhaber einer Spielerberaterfirma in Russland einen Namen gemacht.

Auch der Kontakt zum neuen Cheftrainer Glen Hanlon (siehe Beitrag unten) kam über ihn zustande. Die Aufgaben Saveljevs: Er wird als Assistent der Sportlichen Leitung agieren, wird nahe an der Mannschaft sein. „Ich werde das Team überall hin begleiten, so dass sich Roger den Aufgaben in Krefeld widmen kann“, sagt er und freut sich über den ersten gelungen Coup für seinen neuen Arbeitgeber: „Dass wir Glen Hanlon verpflichten konnten, ist ein Gewinn. Er wird sicher einer der stärksten Trainer in der DEL sein.“

Ob und wann aber die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga starten kann, steht derzeit noch in den Sternen: „Das macht es natürlich nicht leichter“, sagt auch der scheidende Geschäftsführer Matthias Roos, der gemeinsam mit Nicholas daran arbeitet, die Bewerbungsunterlagen für die Lizenzierung bis zum 25. Mai fertigzustellen. Es ist aktuell eine seltsame Situation“, sagt Roger Nicholas. „Der Markt ist auf Eis gelegt, die Berater sind für diese Jahreszeit ungewöhnlich ruhig. Aber der Markt ist auch dynamisch. Die Gehälter werden wohl sinken.“

Oberstes Ziel sei es, „an diesem Tradititionsstandort wieder attraktives Eishockey zu bieten, welches uns dann auch wirtschaftlich nach vorne bringen wird“.