1. Kempen

Ausstellung "Inklusion - Vergessen in der Pandemie"

Ausstellung im Grefrather „Dingens“ : Vergessen in der Pandemie

Wie sehr Lockdowns und Kontaktbeschränkungen gerade Menschen mit Behinderungen treffen, zeigt eine eindrucksvolle Fotoausstellung in Grefrath.

Im Jugendzentrum Dingens neben dem Rathaus, das zum Besuch der Ausstellung selbstverständlich Besucherinnen und Besucher jeden Alters willkommen heißt, zeigt André Sole-Bergers seine Fotos. Aufgenommen hat er die eindringlichen, berührenden, teils lustigen, teils traurigen Portraits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Auch wenn damals die Situation eine andere war, zeigen sie exemplarisch, wie sehr gerade behinderte Menschen unter Kontaktbeschränkungen leiden. Das deutet schon der Titel der Ausstellung an: „Inklusion - Vergessen in der Pandemie“.

„Eigentlich bin ich Inklusionsmanager bei der Lebenshilfe Kreis Viersen, aber weil damals gar nichts mehr ging in Sachen gesellschaftlicher Teilhabe, wurde ich wie bereits in früheren Zeiten wieder als Betreuer in einer Kempener Wohngruppe eingesetzt“, erklärt Sole-Bergers. Die ersten drei Monate des Lockdowns hatten es in sich: „Die Bewohner fühlten sich wirklich vergessen und isoliert. Sie konnten nicht mal ihre Eltern treffen. Sie haben zwar rational begriffen, dass es um den Schutz vor einer potenziell tödlichen Krankheit geht, aber emotional waren sie am Boden.“

Das Fotoprojekt brachte eine willkommene Abwechslung in dieser Zeit.

Inzwischen sei die Situation besser, so André ­Sole-Bergers, doch viele hätten immer noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen: „Mit steigenden Fallzahlen und Omikron kommt die Angst, dass es wieder losgeht.“

Die Fotoausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeiterin Joyce Brinkmann im „Dingens“, Rathausplatz 2 in Grefrath, eingerichtet. Zu sehen ist sie zu den Öffnungszeiten: Mittwochs und donnerstags von 16 bis 21 Uhr, freitags von 19 bis 0 Uhr und samstags von 14 bis 20 Uhr.

Die Grefrather Ausstellung inspirierte einige Jugendliche des Theaterworkshops im Jugendkulturhaus Dingens, sich ebenfalls Gedanken darüber zu machen, wie die Pandemie unser Denken und Fühlen beeinflusst. Auf Instagram wurde ihr Video unter ­„dingens_
jugendkulturhaus“ veröffentlicht.