1. Die Stadt

Trauerarbeit im Krefelder Zoo

Affen-Haltung in Krefeld : „Unsere Arbeit geht weiter“

Der Brand bedeutet eine Katastrophe für Haltung und Zucht der Menschenaffen in Krefeld. Doch Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen will sie weiterführen.

Fragen nach der Zukunft der Affenhaltung in Krefeld können noch nicht konkret beantwortet werden. „Wir sind noch in der Trauerarbeit“, sagt Zoosprecherin Petra Schwinn.

Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen standen bei der ersten Pressekonferenz die Tränen in den Augen. Aus einer privaten Feier war der Tierparkleiter herausgerissen worden, als die Nachricht der Katastrophe eintraf. Viele Mitarbeiter, die die verendeten Tiere seit Jahren betreut haben, benötigen psychologische Stütze.

„Es wird eine interne Trauerfeier für die Mitarbeiter geben“, kündigt Petra Schwinn an. Ob es auch eine öffentliche Trauerbekundung geben wird, ist noch offen.

Zwar sind Gott sei Dank keine Menschen umgekommen, doch die Affen sind im Laufe der Jahre vielen Zoobesuchern ans Herz gewachsen. Und ihr Tod war schrecklich.

Rund 30 Tiere fielen den Flammen zum Opfer, Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas, Silber- und Löwenäffchen sowie Vögel und Flughunde. Besonders in Erinnerung ist Mitarbeitern und Besuchern der 48 Jahre alte Gorilla „Massa“, der älteste Silberrücken ganz Europas.

Wie durch ein Wunder haben sich zwei Schimpansen retten können. Sie trugen Brandwunden davon, konnten aber behandelt werden. „Sie nehmen Futter und Wasser zu sich“, zeigt sich Petra Schwinn erleichtert. Welche Traumata die Tiere allerdings davon getragen haben, ist schwer zu ermessen. Befreundete Zoos haben sich bereits angeboten, die geretteten Affen zu übernehmen.

Die toten Affen waren trotz der Flammen nach Löschung des Brandes noch zu identifizieren. Ihre sterblichen Überreste wurden dem Veterinäruntersuchungsamt übergeben.

Nach Wiederöffnung des Zoos soll die Ruine des abgebrannten Affenhauses möglichst vor neugierigen Blicken geschützt werden. „Wir wollen die Einsicht auf das Haus so gering wie möglich halten“, erklärt Frau Schwinn. Besucher sind im Zoo immer herzlich willkommen. Aber gezielte „Gaffer“ sollen nicht auf ihre Kosten kommen.

Der Krefelder Zoo plante seit Langem, neben dem Affenhaus einen Schimpansenpark einzurichten. Hier hätten die Tiere unter freiem Himmel leben können. Gut zwei Millionen Euro haben die „Zoofreunde“, der Förderverein, dafür bereits einwerben können. Diese Pläne sind nun vorerst hinfällig.

Der Zoo muss die Haltung von Menschenaffen ganz neu einrichten. Zoodirektor Dr. Dreßen: „Unsere gute Arbeit mit Menschenaffen wird weitergehen, auch wenn es ein großer Kraftakt werden wird“.