Radsportverein Staubwolke 1930 übergibt Dokumente an Krefelder Stadtarchiv

R.S.V. Staubwolke 1930 übergibt Dokumente : Lücke in Sportgeschichte

Die Geschichte des Krefelder Sports ist im Stadtarchiv noch Mangelware. Die Schenkung des Radsportvereins Staubwolke 1930 füllt da eine Lücke.

Der Radsportverein Staubwolke 1930 e.V. ist ein kleiner Verein mit derzeit 45 Mitgliedern. Aber seine Geschichte ist groß. Sie reicht bis ins Jahr 1919 zurück und umfasst berühmte Namen.

Deshalb freut sich Stadtarchivar Dr. Olaf Richter sehr, dass der Vereinsvorstand seine historischen Dokumente dem Krefelder Stadtarchiv geschenkt hat.

„Wir haben nur Weniges zur Krefelder Sportgeschichte“, bedauert Dr. Richter, „deshalb versuchen wir verstärkt, dieses Defizit auszugleichen.“ Ein Defizit übrigens, das die meisten kommunalen Archive aufweisen; trotz der hohen Bedeutung des lokalen Sportgeschehens.

„Die Dokumente des Vereins umfassen gut einen Meter Regal“, erklärt Archivar Andreas Münzer, selbst Sportler (Hockey) und mit der Aufbereitung des Staubwolke-Nachlasses betraut.

Die ältesten Fotos stammen aus den frühen 1920er Jahren. Sie zeigen noch Personen aus dem Vorgängerverein „Schwalbe Krefeld“, der 1930 in den heutigen Verein „Staubwolke“ übergegangen war.

Ehrenvorsitzender Herbert Hoenen (73), der mit 16 Jahren in den Verein eingetreten war, hatte den historischen Schatz lange bei sich zu Hause gehütet, bis er ihn 2014 an seinen Nachfolger im Vereinsvorsitz Dr. Hans-Peter Vranken übergab. „Doch hier im Stadtarchiv ist der Bestand für alle Zeit gesichert und für jeden Interessierten zugänglich“, freut er sich über das Interesse der Stadtarchivare.

Zum Bestand zählen alte Programmhefte zu den organisierten Radrennen, Zeitungsausschnitte, Wimpel, Ankündigungsplakate sowie Schmuckteller, die der Bund deutscher Radfahrer und die Stadt zu den Vereinsjubiläen gestiftet hatten.

Besonders erinnern die Dokumente an die großen Namen des Radrennsports: Günther Schumacher war 1965 der Staubwolke beigetreten. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München wie auch 1976 in Montreal gewann er Gold im Bahnvierer. In Krefeld richtete Staubwolke viele Male das Radrennen rund um die Sparkasse aus. Gut 20.000 Zuschauer sahen dabei Stars wie Erik Zabel; und Hennes Junkermann ist seit 1958 Ehrenmitglied des Vereins.

Übrigens ist der Verein noch im Besitze eines „Stehermotorrades“ aus den 30er Jahren, das einst den Radrennfahrern als Orientierungspunkt voran fuhr. Der Vorstand überlegt, das gute Stück in die Hände eines Museums zu geben.

„Wir wollen die Sammlung zur Sportgeschichte fortführen“, blickt Archivar Dr. Richter in die nähere Zukunft. Gespräche mit Vereinen laufen schon. Allerdings müssen die Archive der Vereine aussagekräftig sein. Das wird fachlich geprüft, bevor ein Bestand übernommen werden kann.

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