1. Krefeld

Kinderfreundliche Stadt Krefeld

Krefeld strebt Zertifikat an : Kinderfreundliche Stadt

Kinder und Jugendliche bilden die Zukunft einer Stadt. Aber werden ihre Interessen auch berücksichtigt? Das lässt die Krefelder Stadtspitze jetzt von einem unabhängigen Verein überprüfen.

„Das ist ein wichtiger Tag für Krefelds Kinder“, betont Birgit Schmitz, stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“. Im Rathaus unterschreibt sie einen Vertrag zwischen der Stadt und dem Verein. Gegenzeichner ist Oberbürgermeister Frank Meyer. „Wir stellen uns dem Fakten-Check“, strebt das Stadtoberhaupt eine Zertifizierung Krefelds als „kinderfreundliche Kommune“ an.  

Schon 43 Städte in Deutschland haben mit dem Verein einen solchen Vertrag geschlossen. Darunter Metropolen wie Köln und Stuttgart, aber auch romantische Rheingaustädtchen wie Oestrich-Winkel. Der Verein, dessen Träger das Deutsche Kinderhilfswerk ist, möchte erreichen, dass die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in den Städten konkrete Wirklichkeit wird. 

Das möchte auch OB Meyer für Krefeld erreichen. Deshalb verpflichtet sich die Stadtverwaltung, bei allen Planungen die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Aber nicht über ihre Köpfe hinweg, sondern mittels ihrer Mitwirkung.  

So wurden schon bei der Neugestaltung des Spielplatzes Stadtwald Kinder und Jugendliche einbezogen: „Sie haben die Planung dahingehend beeinflusst, dass Inseln für Jugendliche mit geschaffen wurden“, gibt Meyer ein Beispiel, „das wäre ohne ihre Beteiligung sicherlich nicht eingeplant worden.“

Auch Stadtdirektor Markus Schön hat die neue Richtlinie verinnerlicht: „Als wir einen Schulgipfel zu den Corona-Maßnahmen einberiefen, haben wir auch den Jugendbeirat dazu eingeladen“.

Künftig sollen aber auch Bauplanungen, Finanzentscheidungen, Verkehrsführungen und überhaupt alle Bereiche des städtischen Lebens nicht nur von Erwachsenen begutachtet werden.

Ansprechpartner dazu sind Einrichtungen wie der neu gegründete Jugendring, in dem alle Krefelder Jugendorganisationen vereint sind; aber auch die einzelnen Jugendverbände von Kirchen, Parteien, Vereinen und nicht zuletzt die Schulen und Kitas. 

Dr. Sabrina Lesch, die Leiterin der städtischen Vorbeugungskette, will auch allen nicht-organisierten Kindern die Mitwirkung ermöglichen. Dazu eigenen sich Jugendzentren, Elterncafés, die Schulsozialarbeit oder auch allgemein zugängliche Angebote der Sportvereine.

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„Es geht nicht darum, Kinder bestimmen zu lassen“, stellt Birgit Schmitz klar, „sondern mit ihnen zusammen ihre Ideen abzuwägen.“ Ihr  Verein „Kinderfreundliche Kommune“ stellt drei Sachverständige, die regelmäßig die diesbezüglichen Bemühungen der Stadtverwaltung überprüfen werden.

Wenn nach fünf Jahren erkennbar ist, dass sich die jungen Menschen einbringen konnten und sich die Planungen der Stadt im Sinne größerer Nachhaltigkeit verändert haben, dann erhält Krefeld das begehrte Siegel.