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Ein Beruf als Berufung: Das Schönste ist, wenn die Hunde laufen

Ein Beruf als Berufung : Das Schönste ist, wenn die Hunde laufen

Er hat einen ungewöhnlichen Beruf, der für ihn Berufung ist: Maximilian Philippas ist einer von nur sechs Tier-Orthopädietechnikern deutschlandweit. In sein Geschäft in Krefeld kommen Kunden von weit her – die meisten mit Hunden. Doch auch Pferde, Alpakas und ein afrikanisches Wildschwein hat Philippas mit Prothesen oder seiner patentierten Silikonorthese wieder auf die Beine gestellt. Das Geheimnis seines Erfolges ist aber auch sein Gespür fürs Tier...

Mit seinem Schäferhund hat alles angefangen. Maximilian Philippas ist verzweifelt, als Baxter sich kaum noch rühren kann. Auf der Suche nach Hilfe trifft er einen Physiotherapeuten für Hunde, mit dem er gemeinsam einen Rollstuhl für Baxter entwickelt – und den Hund so wieder mobil macht. Philippas’ Interesse an der Orthopädietechnik ist geweckt – und sein berufliches Ziel gesteckt: „Irgendwann will ich mich im Bereich Hundeorthopädietechnik selbstständig machen und anderen Hundebesitzern helfen.“

 Weil es noch keine Ausbildung im tierorthopädischen Bereich gibt, beginnt er 2011 eine Ausbildung zum Orthopädietechniker und bildet sich durch Seminare und per Selbststudium in der Tierorthopädie fort. 2015 besucht er die Meisterschule. Als Angestellter im Sanitätshaus fertigt er Orthesen für Menschen an – und nebenbei die ersten für Hunde. Für ihn die größte Erfüllung: „zu sehen, wie die Hunde wieder laufen!“

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2017 folgt der Schritt in die Selbstständigkeit. Zu dieser Zeit hat sich der heute 33-Jährige durch seine Tierorthesen schon einen Namen gemacht. Dennoch: ein mutiger Schritt, zumal seine Produkte – maßgeschneiderte Protehesen und Orthesen aus Silikon – ein Hundeleben lang halten. Das heißt: Wiedersehen macht zwar Freude bei orthopets, aber an Beratung und Anpassung der Hilrfsmittel, wenn’s am Beinchen scheuert, verdient Philippas nichts extra, das gehört zum Service. Auch, wenn es um Nahrungsergänzungsmittel oder ein Hundewehwehchen außer der Reihe geht, weiß der Tierfreund oft Rat. Einen Tierarzt kann und will er aber nicht ersetzen. Die meisten Hundebesitzer kommen nach der Diagnose beim Tierarzt zu ihm. Und dann gibt es eine ehrliche Einschätzung. „Ich sage den Besitzern, ob ich eine Orthese oder Prothese für sinnvoll halte oder nicht.“ Auch der Preis wird offen kommuniziert. Und wenn einer argumentiert, für das Geld bekomme man ja einen neuen Hund? „Dann sage ich tschüss!“ Tatsächlich wäre es Philippas Traum, kein Geld mehr für seine Arbeit nehmen zu müssen. Aber sein aktueller Hund will schließlich auch den Napf gefüllt haben. Scott ist ein adoptierter American Staffordshire Terrier, der Rasse nach ein Kampfhund, aber eigentlich nur ein Kampfschmuser, woran man einmal mehr sieht, dass meist das Wesen am anderen Ende der Leine schuld daran ist, wenn ein Hund zum Beißer wird. Bei Philippas sind die Hunde trotz Stresssituation lieb und ruhig. Das liegt wohl an seiner sanften Art. Mit Leckerlis bestechen? Nicht nötig. „Ich mag einfach Tiere, ich glaub, das merken die!“