Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“

Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“ feiert ihr 25-jähriges Bestehen : Lebensqualität am Lebensende schenken

Die Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“ feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Rund dreißig Menschen und deren Angehörige aus Grefrath, Kempen, Nettetal, Viersen und anderen Gemeinden am Niederrhein werden pro Jahr kostenlos begleitet.

Die Gründer um Lothar Kemski, die langjährige Koordinatorin Ida Koch und der stellvertretende Ortsbeauftragte Christoph Reulen wussten von Anfang an, wohin die Reise gehen sollte: „Wir wollen den Menschen Lebensqualität am Lebensende schenken.“ Eine Botschaft, die ankam. Nach der Gründung entwickelte sich die Hospizgruppe kontinuierlich und bildete Hospizhelfer aus. 1999 waren es schon 23 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die insgesamt 520 Stunden investierten.

Erster Sprecher der Gruppe war Pastor Herbert Graßhoff (1935–2005). Die erste große Spende für den ehrenamtlichen Einsatz gab es 1995 von der Firma Fibrit: 10.000 D-Mark. Im Winter 2000 gründete sich die erste ökumenische Trauergruppe mit Pfarrerin Ortrun Hindemith. Im Oktober 2004 feierte die Gruppe mit 140 Gästen im Cyriakushaus ihr „Zehnjähriges“. Im April 2005 wurde ein Trauer-Begegnungscafé aus der Taufe gehoben.

Es folgten Kooperationen mit der Volkshochschule, Bücherbörsen, ‧Diözesanhospiztage und Tagesseminare. Ein weiterer Meilenstein war der erste Nettetaler Palliativ- und Hospiztag im April 2008.

Zwei Jahrzehnte lang hat Ida Koch als Koordinatorin der Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“ ihren Stempel aufgedrückt. Neben der Sterbebegleitung gehört die Schulung der Ehrenamtlichen zur wichtigsten Aufgabe der Koordinatorin. „Die Hospizarbeit ist eine wichtige Lebensaufgabe“, sagte Ida Koch, als sie 2014 im Alter von 62 Jahren ihr Amt weitergab. „Ein würdevolles Sterben zu ermöglichen, das ist eine gesellschaftliche Aufgabe“, so Renate Land, die seit zwei Jahren den mittlerweile im gesamten Kreis Viersen und auch in Wachtendonk operierenden Hospizdienst von Grefrath aus koordiniert.

Ein Ableger von „Klaus Hemmerle“ hat sich mittlerweile in Kempen bei den Maltesern gebildet, wo die Diplom-Sozialpädagogin Astrid Ruhland als Koordinatorin den Raum Kempen betreut.

Zum Ehrenamtler-Team gehören in Grefrath und Kempen 35 Personen. Der ehrenamtliche Dienst ist auf Spenden angewiesen. „Was wir wohl in all den Jahren erreicht haben: dass dem Tod ein wenig von seinem Schrecken genommen worden ist. Und dass die Menschen auf ihrem letzten Gang Vertrauen zu unserem Dienst aufgebaut haben“, sagt Lothar Kemski. Mit diesem Anspruch will die Hospizgruppe daran arbeiten, im gesamten Kreis Viersen noch mehr Präsenz zu zeigen, beispielsweise in den Grenzgemeinden Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal, aber auch noch intensiver in Nettetal und in Viersen.

Jubiläumsfest

Zum Jubiläum wird sich die Hospizgruppe im Zuge eines Festaktes bei ihren ehrenamtlichen Helfern, Partnern und Unterstützern bedanken. Die Feier findet am Samstag, 11. Mai, von 11 bis 14 Uhr im Saal der Grefrather Gaststätte „Zum Nordkanal“, Lobbericher Straße 12-14, statt. Nicht nur geladene Gäste können kommen: „Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.“ Gerda Graf vom Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband spricht über Entwicklungen in der Hospizarbeit. Außerdem gibt es Auftritte des Pantomimen Christoph Gilsbach der der Big-Band des Malteser Gymnasiums St. Bernhard aus Willich.

Die Hospiz-Verantwortlichen in Grefrath freuen sich auf das Jubiläumsfest am 11. Mai und laden die Bevölkerung herzlich ein (von rechts): Lothar Kemski, Renate Land und Sven Verheyden.

Foto: Axel Küppers

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