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Neujahrsempfang im Stadtwaldhaus: OB Meyer lobt, kritisiert und verspricht

Neujahrsempfang im Stadtwaldhaus : OB Meyer lobt, kritisiert und verspricht

Beim Neujahrsempfang im Krefelder Stadtwaldhaus lobte Oberbürgermeister Frank Meyer den Zusammenhalt in der Stadt nach dem verheerenden Brand im Zoo. Er übte aber auch scharfe Kritik an manchen Kommentaren in den Sozialen Netzwerken. Bis zur 650-Jahr-Feier 2023 soll sich Krefeld weiterentwickeln.

Oberbürgermeister Frank Meyer hielt diesmal, so sagte er selbst, „keine gewöhnliche Neujahrsansprache“. „Denn für uns alle hat das neue Jahr mir einem Schock begonnen.“ Das Feuer-Inferno im Krefelder Zoo, so beobachtete es der Verwaltungschef, habe „zwei Seiten der menschlichen Natur zum Vorschein“ gebracht. „Zum einen ist das natürlich die Hilfsbereitschaft, das Mitgefühl, die breite Solidarität - doch da gibt es auch eine andere, sehr hässliche Seite, gehässig, taktlos, gefühlskalt und grausam. Beim Leser der Kommentarspalten hatte ich teilweise das Gefühl, in Abgründe zu blicken“, sagte Meyer und kritisierte scharf: „Grade die sozialen Netzwerke kamen mir dabei wie ein rechtsfreier Raum vor, in dem Beleidigungen, Aufrufe zu Hass und Gewalt und jegliche Form von Diskriminierungen offensichtlich geduldet werden.“ Die Regulierung solcher Entgleisungen dürfe nicht alleine den Internetkonzernen überlassen werden. „Jeder von uns sollte dagegen die Tastatur erheben“, forderte der OB.

Er habe jedoch auch eine Art „Bewegung“ ausgemacht. „Der Rauch hatte sich kaum verzogen, da hatte sich diese Stadt schon auf den Weg gemacht, den Schock der Ereignisse zu überwinden und den Blick behutsam, aber bestimmt wieder nach vorne zu lenken. Wir alle sind nach dem Brand spürbar zusammengerückt.“ Meyer sprach sich klar für eine Fortführung der Arbeit mit Menschenaffen aus. „Das ist „unser“ Affenhaus, „unser“ Zoo, und wir übernehmen gemeinsam die Verantwortung, dass es dort weitergeht.“

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Ein weiterer Kernpunkt seiner Ansprache war das Thema Respekt, welches sich 2019 19 verschiedene Institutionen im Zuge einer Kampagne auf die Fahne geschrieben hatten. „Ich wünsche mir, dass es in dieser Stadt selbstverständlich ist, den gegenseitigen Respekt und das Wir-Gefühl, die in den vergangenen Wochen so deutlich geworden sind, in allen Bereichen unsere Gemeinwesens deutlich zum Vorschein bringt.“

Frank Meyer hob die „große Tradition“ des bürgerschaftlichen Engagements hervor, dankte den Menschen, die sich in unterschiedlichen Projekten einbringen, und blickte bereits auf die 650 Jahr-Feier in 2023. „Dann wird Krefeld eine Menge mehr zu bieten haben als heute.“

Beispielhaft führte der Ob „eine neue Veranstaltungshalle mit besonderem Flair und mit überregionaler Ausstrahlung“, „ein saniertes Stadtwaldhaus“, „ein Fußballstadion, dass den Charme der Tradition mit moderner Ausstattung verbindet und in dem der Profifußball zu Hause ist“ an. „Und ja, ich möchte auch 2023 einen DEL-Club Krefeld Pinguine in dieser Stadt haben - und zwar möglichst einen, der regelmäßig in den Play-offs spielt.“

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (links) begrüßte beim Neujahrsempfang im Stadtwaldhaus seinen Amtskollegen aus Venlo, Bürgermeister Antoin Scholten, sowie die 18-jährige Sängerin Bella, die für die musikalische Untermalung sorgte.Foto. Samla