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Sanierung kostet über sechs Millionen Euro mehr / Weitere 1,15 Millionen Euro für „Schönheitsreparaturen“: Kostenexplosion bei Grotenburg-Umbau

Sanierung kostet über sechs Millionen Euro mehr / Weitere 1,15 Millionen Euro für „Schönheitsreparaturen“ : Kostenexplosion bei Grotenburg-Umbau

Die Sanierung des Grotenburg-Stadions wird rund sechs Millionen Euro mehr kosten. Die berichteten Vertreter der Stadt sowie der Frankfurter Planer von Albert Speer + Partner am Montag im Rathaus. Offen ist auch, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Das Stadion soll zum Drittliga-Start des KFC Uerdingen im Juli 2021 spielfertig sein.

Die Mimik eines Menschen zu beobachten und zu bewerten ist in Zeiten von Mund-Nasenbedeckungen freilich recht schwer. Und dennoch dürfte sicher sein, dass die Mundwinkel von Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer bei der Bekanntgabe dieser Nachricht am Montagmittag weit nach unten zeigten: Die Sanierung des Grotenburg-Stadions, dies verkündete KFC-Fan Meyer gemeinsam mit den Planern des Projektentwicklers Albert Speer und Partner aus Frankurt, wird deutlich teurer. Und zwar - Stand jetzt - um rund sechs Millionen Euro.

Die ursprünglichen Planungen gingen von Kosten in Höhe von 10,5 Millionen Euro aus, nun kletterten diese auf 16,7 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 1,15 Millionen Euro für „Schönheitsreparaturen“. Dabei handele es sich, so schilderte es Planungsdezernent Marcus Beyer, um Maßnahmen, die nicht zwingend für einen Drittliga-Spielbetrieb notwendig seien, später jedoch teurer wären. „Es handelt sich um eine ehrliche Bestandsaufnahme“, sagte Frank Meyer. Es sei jedoch nicht ganz auszuschließen, dass die Mehrkosten noch einmal steigen.

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Stadtdirektor Markus Schön verwies unterdessen auf avisierte Fördergelder vom Bund in Höhe von 3,3 Millionen Euro. „Ich bin mir sicher, dass wir diese Förderung auch erhalten werden“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeítung.

Ebenfalls unsicher ist, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, der Fußball-Drittligist KFC Uerdingen eine Rückkehr zur Saison 2021/22 möglich machen soll. Gelingt es nicht, das Stadion bis Juli 2021 umzubauen, so hat die Verwaltung, dies berichtete der Oberbürgermeister, „auch einen Plan B und C“ in der Schublade. Es müsse dann geprüft werden, ob der Deutsche Fußball Bund (DFB) ein Spielbetrieb auf der „Baustelle“ erlaube. Alternativ müssten die Uerdinger noch einmal für „ein paar Spiele“ auf eine alternative Spielstätte ausweichen.

„Bei so einem komplizierten Sanierungsprojekt kommt es an der einen oder anderen Stelle zu Überraschungen“, sagte Axel Bienhaus, Geschäftsführer des Projektplaners Albert Speer und Partner am Montag im Rathaus. Er betonte jedoch: „Wir haben uns nicht verrechnet“. Es handele sich um „die Summe vieler kleiner Erkentnnisse“, die die Sanierungskosten nun explodieren lassen. Er nannte ein paar Beispiele: So müsse die Polizei- und Sanitärwache, um alle Anforderungen zu erfüllen, weitaus großflächiger erstellt werden. Auch die sanitärn Anlagen verschlingen weitaus mehr Geld. Statt Sanitärmodule aufzustellen, so Bienhaus, seien nun Festbauten notwenig. Der „Sanierungsstau“ tue sein übrigens. Alleine die Betoninstandsetzung verschluckt rund 468 000 Euro mehr als kalkuliert. „Sicherheitsrelevante Maßnahmen“ werden in der neuen Aufstellung mit Mehrkosten von 263 000 Euro aufgelistet, Radabstellanlagen mit 464 000 Euro.

Am Montagnachmittag informierten Verwaltung und Planer die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien über die Kostenexplosion. Man wolle vorschlagen, die Darlehensfinanzierung zu erhöhen, um die Mehrkosten deckeln zu können. Am Donnerstag soll darüber im Betriebsausschuss Gebäudemanagement entschieden werden.

Am Rande: Oberbürgermeister Frank Meyer räumte ein, dass ein Gespräch mit den Vertretern des KFC Uerdingen, der Hauptmieter der Grotenburg sein wird, aus Zeitgründen noch nicht stattfinden konnte. Ein Mietvertrag sei noch nicht unterschrieben. Fest stehe aber, dass der KFC „eine „angemessene Miete zahlen muss - zur Refinanzierung des Invests“.

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