140 Millionen-Projekt: CDU und SPD: Stadthaus als ÖPP-Modell sanieren

140 Millionen-Projekt : CDU und SPD: Stadthaus als ÖPP-Modell sanieren

Soll das marode Stadthaus saniert oder durch einen Neubau am Willy-Brandt-Platz ersetzt werden? CDU und SPD sprechen sich für eine Kernsanierung in öffentlich-privater Partnerschaft aus - nach dem Modell der neuen Feuerwache.

Die Kosten liegen bei rund 140 Millionen Euro.

Eines der größten Bauprojekte der Stadt wirft seine Schatten voraus. Das denkmalgeschütze Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz - ein Verwaltungshochhaus von Architekt Egon Eiermann von 1953 - ist heruntergekommen und steht leer.

Ein Abriss kommt wegen des Denkmalschutzes nicht in Frage. Möglich sind Kernsanierung oder ein etwas kleinerer Neubau hinter dem Bahnhof.

Das Büro RKW hat die Möglichkeiten verglichen. Ergebnis der äußerst komplizierten Rechnung: Eine Sanierung ist auf 30 Jahre Nutzungsdauer gerechnet günstiger als ein Neubau.

Zumindest dann, wenn ein Privatinvestor die Arbeiten übernimmt, 30 Jahre lang die Unterhaltung bezahlt und im Gegenzug für diesen Zeitraum an die Stadt vermietet - das sogenannte ÖPP-Modell ("Öffentlich-Private Partnerschaft").

Mit einem ähnlichen Modell hat die Stadt beim Bau der neuen Feuerwache bislang sehr gute Erfahrungen gemacht.

"Wir stehen unter Zeitdruck", betont CDU-Ratsfrau Britta Oellers. Hintergrund: Die rund 750 früher im Stadthaus tätigen Stadt-Mitarbeiter sind in teils angemietete Büros, ausgelagert, und die Unterhaltungskosten des leer stehenden Denkmals laufen weiter: Jedes Jahr Stillstand kostet die Stadt 3,8 Millionen Euro.

Zudem könnte bei einer schnellen Entscheidung das Filetgrundstück an der Bahnhofs-Rückseite für rund vier Millionen Euro verkauft werden. Das Land könnte die Sanierung mit 300.000 Euro aus Denkmalschutz-Mitteln fördern. Auch OB Frank Meyer hatte für eine Entscheidung noch in diesem Jahr geworben.

Die CDU spricht sich nach eingehender Prüfung der Modelle nun einstimmig für die Investoren-Variante aus. Ratsherr Jürgen Wettingfeld wirbt dafür, noch in diesem Jahr die grundsätzliche Beschlüsse zu fällen. Dann könnte bereits 2018/19 die zweijährige Bauphase beginnen.

In Betrieb gehen könnte das neue Stadthaus dann 2020/21. "Je schneller die Pläne in die aktive Phase kommen, desto mehr Kosten sparen wir", so Wettingfeld. Er unterstreicht auch, wie wichtig attraktive Arbeitsplätze für die Verwaltung in Puncto Nachwuchsgewinnung sind.

Um den Investor zu finden, müsste das 140 Millionen Euro-Projekt europaweit ausgeschrieben werden. Der CDU ist wichtig, dass die Arbeiten durch eine Expertengruppe laufend kontrolliert werden, und das bei Problemen klar ist, wer einspringen muss.

Die Probleme beim Ostwall-Glasdach - wo sich Architekt und Baufirma einen Gutachterstreit um die Ursache der Schäden liefern - dürfe sich nicht wiederholen.

Die SPD sieht das ähnlich: "Die Tendenz der SPD-Fraktion geht klar in Richtung einer Sanierung", berichtet SPD-Franktionschef Benedikt Winzen. "Dabei sollte auf die Realisierung im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft gesetzt werden."

Zwar habe man noch keine finale Entscheidung getroffen, jedoch stelle sich auf Grundlage der bisherigen Fakten und Gutachten die Sanierung im sog. ÖPP-Modell als sinnvollste Variante dar.

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