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Aktuelle Infos vom Dienstag: Zehnter Sterbefall im „Haus Raphael“

Aktuelle Infos vom Dienstag : Zehnter Sterbefall im „Haus Raphael“

Ordnete der städtische Fachbereich Gesundheit die Lage im vom Coronavirus stark betroffenen „Haus Raphael“ am Montag noch als stabil ein, so änderte sich dies bereits im Tagesverlauf. Wie am Dienstag bekannt wurde, verstarb gestern ein weiterer Bewohner.

Die Person war 83 Jahre alt und litt unter Vorerkrankungen. Es ist der zehnte Sterbefall in diesem Pflegeheim.

Aktuell sind 13 Bewohner und elf Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert. „Seit Bekanntwerden des ersten Verdachtsfalls wurde alles Menschenmögliche getan, um eine Verbreitung zu vermeiden“, sagte Stadtdirektorin Beate Zielke und ergänzte: „Aber wenn ein solcher Virus erst einmal in einer solchen Einrichtung angekommen ist, wird es sehr schwer.“

Aktuell gibt es 143 mit Covid19-infizierte Krefelder. Als genesen gelten mittlerweile 317. Die 4312 Abstriche haben bisher 478 positiv getestete Personen ergeben. 1457 Personen sind in Quarantäne, davon 32 im Krankenhaus. Vier Patienten werden intensivmedizinisch versorgt, zwei davon müssen beatmet werden. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich auf 18.

Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian berichtete, dass der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) am Montag verstärkt in der Innenstadt unterwegs war und in 159 Fällen Bürger ansprach und auf die Einhaltung der Abstandregelung hinwies. In zwei Fällen mussten Platzverweise ausgesprochen werden. Bußgelder wurden nicht verteilt. Zudem wurden 30 Einzelhändler auf die Einhaltung der Coronaschutzverordnung kontrolliert. „In 13 Fällen sahen wir Verbesserungsbedarf“, so Cyprian. Unter anderem ging es darum, dass die Mitarbeiter den Mund-Nasenschutz tragen müssen.

Ob die Stadt künftig Bürger, die gegen die Mund-Nasenschutz-Regelung verstoßen, Bußgelder verhängt, ist noch nicht klar. „Wir schauen uns die Situation noch den ein oder anderen Tag an“, so Oberbürgermeister Frank Meyer.

Der Verwaltungschef beklagte, dass der Stadt nach wie vor keine weiteren Informationen seitens des NRW-Schulministeriums vorliegen, ob die Viertklässler ab dem 4. Mai wieder in die Schule gehen dürfen. „Wir sind ja auch nur der blöde Schulträger“, sagte Meyer voller Unverständnis. Bereits am Sonntag machte Krefelds Oberbürgermeister seiner Wut über die Informationspolitik aus Düsseldorf Luft: „Es ist ein Affront gegen all jene, die vor Ort tagtäglich gegen die Krise und ihre Folgen ankämpfen. Die Landesregierung sollte besser Partnerin und Stütze sein.“