Projekt "Vier Pfoten für Sie": Wie wird man Besuchshund? Der erste Test...

Projekt "Vier Pfoten für Sie": Wie wird man Besuchshund? Der erste Test...

Das Krankenhaus Maria-Hilf will einen Hunde-Besuchsdienst bei Menschen mit Demenz einrichten. Herrchen und Frauchen, die mit ihren Vierbeinern teilnehmen möchten, kamen jetzt zu einem ersten Test.

Ein Spaziergang mit einem Hund ist für einen dementen Menschen eine tolle Abwechslung. Oft kommen dabei Erinnerungen an positive Momente des früheren Lebens hoch.

Ein Hund, der so einen Spaziergang mitmacht, sollte allerdings ausgeglichen sein, aufs Wort gehören - und sich nicht so leicht erschrecken lassen.

Bei einem ersten Treffen von Hundehaltern, die sich für das ehrenamtliche Besuchsprojekt "Vier Pfoten für Sie" interessieren, mimte Initiatorin Nadine Cujai eine demente Person. Beim Spaziergang mit Hund kam sie absichtlich ins stolpern und straucheln - entscheidend war, dass das Tier nun "cool" blieb.

Auch getestet wurde, wie leicht sich der Vierbeiner durch leckere Versuchungen am Wegesrand ablenken lässt und seinen Besitzer völlig links liegen lässt. Einige Rassen wie Golden Retriever stehen ja in dem Ruf, einer solchen Versuchung nur sehr schwer widerstehen zu können...

Insgesamt waren Initiatoren und Hundehalter mit dem Ablauf des ersten Spaziergangs sehr zufrieden. Weitere Trainingsstunden werden nun folgen (es können noch weitere Hundehalter mit Tieren ab 18 Monaten mitmachen) .

Vorbild der Aktion der Gerontopsychiatrie am Maria-Hilf ist Köln, wo die Initiative "Vier Pfoten für Sie" nach einem Konzept der Alexianer 2008 startete. Inzwischen sind in der Domstadt 80 entsprechend ausgebildete Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern regelmäßig bei Demenzpatienten zu Gast.

"Die Vier-Pfoten-Initiative will nicht therapieren, sondern den Erkrankten Abwechslung und schöne Momente und den Angehörigen etwas Entlastung bieten", sagt Initiatorin Änne Türke. Hunde besuchen immer wieder die gleichen Patienten. Man kennt sich...

Die Hunderasse ist egal - wobei die Kölner Patienten am liebsten Schäferhunde und Dackel um sich haben. Hauptsache, das Tier ist zutraulich, ausgeglichen und gehorcht aufs Wort.

Es muss eben passen - für jüngere Demenzpatienten ist oft ein spielfreudiger Hunde besser, ältere wollen oft einfach nur streicheln.

Am Anfang steht im Frühjahr ein Eignungstest für Vierbeiner und Herrchen. Auch der Hundehalter muss Geduld und die Bereitschaft mitbringen, sich auf die Demenzkranken einzustellen.

Der Zeitaufwand liegt bei ein bis zwei Stunden pro Woche. Im Mai/Juni steht dann die 45-stündige Schulung an, die zum "Hundeführerschein" führt. Der Eigenanteil für Hundebesitzer liegt bei 120 Euro.

Dass dieser so niedrig ausfällt, liegt an den 15.000 Euro, mit denen die Salvea-Stiftung das Krefelder Projekt unterstützt.

Die Aktion ist ehrenamtlich. Die Patienten zahlen 20 Euro pro Besuch (oft übernimmt das die Kasse), die Hundehalter bekommen davon zehn Euro Aufwandsentschädigung.

Kontakt zur Krefelder Aktion auf der Seite "Vier Pfoten für Sie".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hunde und Halter im Test