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Brauereien kündigen Preiserhöhung an: Schlechte Nachrichten: Auch das Bier wird 2022 teurer

Brauereien kündigen Preiserhöhung an : Schlechte Nachrichten: Auch das Bier wird 2022 teurer

Führende deutsche Brauereien kündigten an, im kommenden Jahr den Bierpreis zu erhöhen. Die Gründe sind vielschichtig. Der Extra-Tipp sprach mit Frank Tichelkamp von der Brauerei Königshof.

Der Spritpreis steigt, der Strom wird teurer und nun auch noch das: Schlechte Nachrichten für alle Biertrinker. In dieser Woche kündigten führende deutsche Brauereien eine Preissteigerung für 2022 an. Die Gründe dafür sind nahezu dieselben wie in anderen Branchen. Steigende Energiekosten sowie höhere Ausgabe für Rohstoffe werden genannt. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes, Holger Eichele, sagte im Gespräch mit „Rheinischen Post“, Getränkehersteller seien massiv von der Verknappung und Verteuerung einzelner Komponenten und Rohstoffe betroffen. „In der gesamten Branche sind die Kostensteigerungen auf vielen Feldern so massiv, dass sie sich über kurz oder lang wahrscheinlich auf die Preise auswirken werden.“ 

Der Brauerbund beobachte mit wachsender Sorge die extremen Preissprünge bei einzelnen Rohstoffen. Vor allem Braugerste sei derzeit teuer und knapp. „Auf Jahressicht sind die Preise um etwa 50 Prozent gestiegen“, sagte Eichele.

Dies bestätigte dem Extra-Tipp auch Frank Tichelkamp, Vertriebsleiter der Brauerei Königshof: „Seit der letzten Bierpreiserhöhung im Jahre 2019 sind auch andere Kosten wie etwa die für das Personal, für Gas, Strom, Abwasser, Flaschenkauf und Versicherungen gestiegen. Alleine schon deswegen wird der Erhöhungssatz von 65 Cent pro Kasten, den man in der Fachpresse lesen konnte, mehr als notwendig.“ Tichelkamp berichtet zudem, dass auch Euro-Paletten, die vor einem Jahr noch rund sechs Euro kosteten, mittlerweile mit fast 15 Euro zu Buche schlagen.

„Für manche Kollegen in der Brauwirtschaft ist diese Bierpreiserhöhung fast schon existenziell, denn es sind durch Corona wichtige Absatzkanäle verloren gegangen. Auch der Heimkonsum hat sich stark verändert.“

Frank Tichelkamp ist sich sicher, dass auch das Glas Bier in der Gastronomie teurer wird. Dies habe mit weiteren Faktoren zu tun. „Gestiegene Pacht-, Versicherung-, Energie und Personalkosten sind für die Gastronomen nicht unerheblich und der neue Mindestlohn von zwölf Euro, der ja kommen wird, wird sich da auch steigernd auswirken.“

Trotz des enormen Kostendrucks will der Krefelder Bierexperte die Zukunft nicht zu dunkel sehen: „Wenn man sieht, was ein Kasten Bier gekostet hat, als ich vor über 30 Jahren in der Branche angefangen habe, dann relativiert sich dies. Jeder Konsument in meinem Alter kennt sicher noch die Preise von gut 18 - 20 Mark, oder?“