1. Die Stadt

Rad-Promenade als Alleinstellungsmerkmal für Krefeld

Promenade quer durchs Stadtgebiet : Alleinstellungsmerkmal für Krefeld

Während in der Stadtplanung der 60er Jahre das Auto im Mittelpunkt stand, ist es heute zunehmend das Fahrrad. Prunkstück der Krefelder Zukunft soll die Promenade werden.

Mit einem Missverständnis muss Stadtplaner Norbert Hudde mal gleich aufräumen: „Unsere Promenade ist kein Radschnellweg.“

Denn ein solcher, wie im Ruhrgebiet bekannt, bietet den Pedalrittern stets absoluten Vorrang vor dem übrigen Verkehr. Das ist aber bei der Krefelder Promenade nicht immer der Fall. Zwar bietet sie den Radfahrern größtmögliche Bewegungsfreiheit, möglichst weit ab des Autoverkehrs. Aber auch an die Fußgänger und Skater ist gedacht und auf bestimmten Teilstrecken müssen sich alle Gruppen mit dem Autoverkehr arrangieren.

Drei Meter Breite ist für die Radler vorgesehen, 2,50 Meter für die Fußgänger. Daneben sollen möglichst grüne Streifen mit Sitzbänken für „hohe Aufenthaltsqualität“ sorgen. So der planerische „Standardanspruch“ an die Streckenführung.

Ausgestattet wird die Promenade mit einem eigenen Leit- und Informationssystem. Leuchtgrüne Stelen und Tafeln sollen dem Radausflüger die Richtung weisen und ihn ebenso auf Krefelder Sehenswürdigkeiten sowie Abzweigungen aufmerksam machen.

„Die Promenade ist ein Alleinstellungsmerkmal für Krefeld“, hebt Hudde die einzigartige Bedeutung des Großprojektes hervor.

Die Krefelder Promenade soll dereinst das Stadtgebiet vom Bahnhof Forstwald bis zum Bahnhof Uerdingen auf einer Länge von 14,5 Kilometern durchziehen. Wer mit dem Rad in Forstwald startet, könnte dann auf schnellstem Wege durch die Innenstadt bis an den Rhein durchradeln - und umgekehrt. Oder natürlich auch einzelne Teilstrecken nutzen. Sei es zur Gestaltung der Freizeit oder auch beruflich. Das ist umweltfreundlich, nervenschonend und gesund.

Die Pläne gehen noch weiter. Anschlüsse der Promenade an den Radschnellweg ins Ruhrgebiet sowie durch den Kreis Viersen bis nach Holland sind vorgesehen.

Bis dahin allerdings dauert es noch eine ganze Weile. Denn von 16 Bauabschnitten sind 12 noch in der Planung. Eingeweiht wurde bereits die Strecke zwischen Hauptfeuerwache und Trift/Weiden. Die Eröffnung des Abschnitts Weiden bis zur südlichen Rheinbabenstraße steht in diesem Frühjahr bevor. Damit sind dann fast vier Kilometer Promenade realisiert. Kosten dafür: 7,3 Millionen Euro.

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Doch die Finanzen bilden keine unlösbaren Probleme. Derzeit gibt es viele Förderprogramme für den Ausbau von Radwegen. Das umweltfreundliche Radfahren liegt eben auch politisch im Trend.

Schwieriger sind die technischen Herausforderungen. So müssen zum Beispiel für die Streckenabschnitte 5 - 7 an Alte Gladbacher Straße, Deutscher Ring, Gladbacher Straße und Kölner Straße eigens neue Brücken errichtet werden, teils wird die Promenade in Hochlage geführt.

Auch Eigentumsrechte sind ein Problem. So müssen in den Abschnitten Forstwald Flächen angekauft werden, um die ins Auge gefassten Wirtschaftswege erweitern zu können.

Viel Arbeit für die Bauverwaltung. Morgen erläutert sie dem Planungsausschuss des Stadtrates den genauen Sachstand. Dann gehen die Pläne den Bezirksvertretungen zu. Im Juni kann der Planungsausschuss Beschlüsse fassen. Schließlich wird Krefeld vielleicht doch noch zu einer Fahrradstadt.