1. Die Stadt

Krefeld.: Krefelds Ehrenbürger in Miniaturen

Krefeld. : Krefelds Ehrenbürger in Miniaturen

Heinz Webers, bekannt durch seine Verdienste um die Krefelder Mundart, ruft in einem kompakten Büchlein die Ehrenbürger der Stadt Krefeld in Erinnerung.

„Otto Brües wollte seine Memoiren schreiben und ich sollte ihm dazu die Funktionsweise des Diktiergerätes erklären“, erinnert sich Heinz Webers an seine persönliche Begegnung 1966 mit dem Krefelder Schriftsteller und späteren Ehrenbürger.

Diese Begegnung ist der Urgrund, warum Webers nun ein Büchlein über die 22 Ehrenürger der Stadt Krefeld verfasst hat. „Direkter Auslöser war der Tod von Hansheinz Hauser in diesem Jahr, dem zu diesem Zeitpunkt letzten noch lebenden Ehrenbürger.“

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Webers begab sich nun auf Spurensuche. Wertete die Ausgaben des Krefelder Heimatbuches aus, von denen er selbst 75 Jahrgänge besitzt, und stattete auch dem Krefelder Stadtarchiv manchen Besuch ab.

Herausgekommen ist ein über 100 Seiten starkes Buch im handlichen Format mit dem Titel „Die 22 Krefelder Ehrenbürger“. Es ist in allen Krefelder Buchhandlungen für sechs Euro erhältlich. Das Vorwort hat Oberbürgermeister Frank Meyer beigesteuert.

In kurzen Kapiteln werden die verdienten Bürger, denen die Stadt Krefeld im Laufe der Jahrhunderte die Ehrenürgerwürde zuerkannte, mit ihren Leistungen für das Allgemeinwohl vorgestellt.

Die älteste Ehrenbürgerwürde datiert im Jahre 1863 und wurde dem Pfarrer Johann Heinrich Gottfried Reinarz zuteil. Der „streitbare Gottesmann“, wie Webers ihn nennt, gründete 1851 eine katholische Rektoratsschule, aus der das Arndt-Gymnasium hervorging. Zuvor hatte er die Fronleichnamsprozession wieder ins Leben gerufen, die dann für Jahrzehnte zum Markenzeichen Krefelds wurde.

Die jüngste Ehrenbürgerwürde erhielt im Jahre 2005 die Mäzenin Helga Lauffs, die über viele Jahre der Stadt ihre umfangreiche Kunstsammlung im Wert von rund 400 Millionen Euro zur Verfügung stellte.

Die Abfolge der Geehrten und die Anlässe der Ehrungen spiegeln auch ein Stück Stadt- und Mentalitätsgeschichte.

Aurel Billstein wird genannt, der als Erster nach dem Krieg die Krefelder Gestapo-Akten auswertete und die Ehrenbürgerwürde 1990 empfing; ebenfalls Paul Wember, der als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Museums die avantgardistische Kunst nach Krefeld holte und das Haus Lange zu einem der führenden Ausstellungsorte in Deutschland entwickelte.

Dass Krefeld überhaupt eine Ehrenbürgerurkunde ausstellen darf, geht ursprünglich auf den Staat Preußen zurück, der seinen Städten dieses Recht im Jahre 1860 einräumte. Erst 1973 wurde in Krefeld die erste Frau ausgezeichnet, die Sozialpolitikerin Margarethe Engländer.

Der Schriftsteller Otto Brües erhielt seine Urkunde 1967 im Krankenhaus auf dem Sterbebett. Es war der jetzige Autor Heinz Webers, der den damaligen Oberbürgermeister auf den kritischen Gesundheitszustand des zu Ehrenenden hinwies, worauf dieser die Ehrung beschleunigte.