1. Die Stadt

Krefeld ermittelt Sanierungsbedarf für seine Gebäude

Sanierungs-Planung über 25 Jahre : Modernster Datenschatz

Als eine der ersten Kommunen hat die Stadt Krefeld ihre sämtlichen Gebäude einer kritischen Prüfung unterzogen.

„Wir spielen eine Vorreiterrolle“, hebt Rachid Jaghou mit Blick auf andere Kommunen hervor. Der Leiter des städtischen Gebäudemanagements hatte im vorigen Jahr eine Bestandaufnahme aller städtischen Gebäude in Auftrag gegeben.

Architekten und Ingenieure eines Düsseldorfer Fachbüros machten sich mit Mitarbeitern der Krefelder Verwaltung auf, sämtliche Gebäude im Besitz der Stadt Krefeld unter die Lupe zu nehmen.

Herausgekommen ist ein übersichtlicher Katalog für Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen, abgestuft nach zeitlicher Notwendigkeit und inklusive aller Kosten. Und dies alles in digitalisierter Form. „Damit verfügen wir über einen Datenschatz“, schwärmt Baudezernent Marcus Beyer.

So wissen die Bauplaner jetzt genau, dass in den nächsten sieben Jahren an 315 Gebäuden rund 4000 Baumaßnahmen vordringlich sind und diese rund 179 Millionen Euro kosten werden.

Ebenso wissen sie jetzt, dass in den nächsten sieben Jahren zusätzlich 37 Sportimmobilien für rund 18 Millionen Euro ertüchtigt werden sollten.

Insgesamt stehen kurz- und mittelfristig an den 199 Liegenschaften der Stadt Krefeld rund 5000 Baumaßnahmen an, die ca. 205 Millionen Euro kosten würden.

Aber auch die langfristigen Lebenszyklen der Gebäude haben die Prüfer ermittelt. Somit kann die Stadtverwaltung nun Strategien entwickeln, wie sie in den nächsten 25 Jahren mit ihrer Bausubstanz umgeht und welche Kosten auf sie zukommen. „Das ist ein Meilenstein für uns“, unterstreicht Rachid Jaghou.

Insgesamt besitzt die Stadt Krefeld 385 Gebäude. Mehr als die Hälfte davon sind Schulen. Kindergärten machen sieben Prozent aus, Sporthallen 12 Prozent. Verwaltungsgebäude kommen auf sieben Prozent, Wohngebäude auf fünf Prozent. Weitere 14 Prozent fallen auf Betriebsgebäude, Fahrzeughallen, Museen, Theater und Feuerwachen.

Der mit Abstand größte Handlungsbedarf entfällt auf die Schulen. Kurzfristig fallen in diesem Bereich Kosten von 80 Millionen Euro an, mittelfristig kommen noch einmal 20 Millionen Euro hinzu.

Die nächste Aufgabe für Rachid Jaghou und Marcus Beyer besteht nun darin, für all die anstehenden Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen vom Stadtrat die nötigen Finanzmittel zu erhalten.