1. Die Stadt

Geschichte der Krefelder Industrie als Ausstellung im Rathaus

Geschichte der Krefelder Industrie : Vom Gildebrief zum Weltunternehmen

Ein Zeitstrahl im „Cinemascope-Format“ dokumentiert die Geschichte der Krefelder Industrie seit der Stadtgründung.

Wegen der Umweltverschmutzung ist die Industrie ins Gerede gekommen. Doch beruht unser Wohlstand seit Generationen darauf, dass die Schornsteine rauchen.

Deshalb hat sich in Krefeld die Initiative „Zukunft durch Industrie“ gebildet. Sie weist mit vielen Aktionen auf die Leistungen der Industriebetriebe hin. Zur Initiative gehören Unternehmensverbände ebenso wie Gewerkschaften.

Derzeit ist im Foyer des Krefelder Rathauses eine öffentlich zugängliche Ausstellung errichtet. Auf einer 12 Meter breiten Stellwand im „Cinemascope-Format“ wird anhand von Bildern und Dokumenten die Geschichte der Krefelder Industrie nachgebildet.

Start ist die Gründung der Stadt im Jahre 1373, dem hohen Mittelalter. Damals allerdings gab es noch keine Industrie. Die Wirtschaft der Zeit ist durch Ackerbau, Handwerk und familiäre Manufakturen geprägt. Die Verschmutzung der Städte war dadurch nicht geringer. Eine mittelalterliche Stadt kannte keine Abfallentsorgung. Fäkalien aus den Häusern und Abfälle aus den Fleischereien wurden auf die Straße geworfen.

Der eigentliche Start der Industrie in Krefeld darf wohl ins 18. Jahrhundert datiert werden. 1763 verleiht Friedrich der Große der Fabrikantenfamilie Von der Leyen das Monopolrecht für die Seidenproduktion.

Die Ausstellung bildet auch einen Gildebrief aus dem Jahre 1783 ab, mit dem eine Krefelder Schlosser-, Huf- und Waffenschmiede bedacht wird. Eine zeittypische Manufaktur. Industrie im heutigen Sinne kommt erst langsam in Schwung.

Johann Heinrich Kleinewefers gründet 1862 einen Handwerksbetrieb und legt damit den Grundstein für ein heute weltweit agierendes Maschinenbauunternehmen. Eine der vielen Erfolgsgeschichten aus Krefelds Wirtschaft.

Kurz zuvor schon hatten die Brüder Puricelli ein privates Gaswerk gegründet, Grundstein der heutigen Krefelder Stadtwerke. 1899 folgt das erste Elektrizitätswerk, bereits in städtischer Hand. 1877 gründet Ter Meer seine Farbstofffabrik, Grundstein des heutigen Chemparks. Nun ist die Industrialisierung nicht mehr aufzuhalten.

Zumal auch der Verkehr mithält. 1849 ist die erste Eisenbahnstrecke eröffnet worden, die Krefeld mit Homburg am Rhein und Viersen verbindet. 1883 folgt die Dampfbahn von Krefeld nach Uerdingen und von Krefeld nach Hüls.

Im Abschnitt 20. Jahrhundert ist die Stellwand jetzt übersät mit großen Namen aus der Wirtschaft. Krefeld ist eine vielfältige Industriestadt geworden. Mehr Produkte, als man gemeinhin annimmt, machen von Krefeld aus ihren Weg in die ganze Welt.

Und wie sieht die Zukunft aus? Darüber hat sich eine „Zukunftswerkstatt“ Gedanken gemacht, die im letzten Abschnitt der Stellwand einen Blick ins Jahr 2037 wirft.

Natürlich, die Digitalisierung steht obenan. Datensicherheit wird großes Thema. Unterstützung durch die Bürokratie in Echtzeit. Aber auch der Wunsch, mehr Studenten der Hochschule Niederrhein an die Stadt zu binden.

Bis Mitte Mai bleibt die Ausstellung im Rathaus zu sehen.