1. Die Stadt

Ein Selbstversuch: Ganz schön wackelig,aber unglaublich spaßig

Ein Selbstversuch : Ganz schön wackelig,aber unglaublich spaßig

Stand-up Paddling ist derzeit absolut im Trend. Ein Selbstversuch.

Freitagnachmittag, knapp 29 Grad, wenig Wind. Die äußeren Bedingungen am Elfrather See könnten nicht besser sein für einen ersten, vorsichtigen Selbstversuch auf dem „Surfbrett ohne Segel“, wie ich recht respektlos anmerke und dafür prompt eine Belehrung in Sachen Stand-up Paddling erhalte. Inklusive schweißtreibender Vorarbeiten. Schließlich passen 320 Liter Luft in das vor mir liegende, noch recht unscheinbare Softboard, welches es nun zunächst einmal aufzupumpen gilt ehe der Anfängerkurs beginnen kann. Der Segelklub Bayer Uerdingen (SKBUe) bietet das neue Angebot in Kooperation mit dem SV Bayer 08 Uerdingen an.

Für Dirk Molkenthin, der vor gut einem Jahr seine Leidenschaft für das „Stehpaddeln“ entdeckte, ist es der erste Kursus als Trainer. Doch dies merkt man ihm nicht an. Ruhig übermittelt der Fachmann den Neulingen, die an diesem Tag allesamt zum ersten Mal auf einen Board stehen werden, das notwendige Basiswissen. So sollte man auf dem 3,23 Meter langen Brett, welches 81 Zentimeter breit und 15 Zentimeter dick ist, möglichst auf dem „Sweetspot“ stehen, um optimal unterwegs zu sein. Die Länge der Paddel kann individuell eingestellt werden. Doch langsam. Zunächst einmal gilt es für uns, überhaupt auf das luftgefüllte Vehikel zu kommen. Und dies ist gar nicht so einfach. „Am besten kniet ihr euch hin und rutscht dann rüber“, sagt Trainer Dirk. Gesagt, getan. Auch wenn es eine ganz schön wackelige Angelegenheit ist, erreichen wir unser Ziel doch alle, ohne zwischen Steg und Brett ins Wasser zu fallen.

„Versucht erstmal in dieser Position vorwärts zu kommen“, ruft Dirk Molkenthien. Gemächlich paddeln wir auf den Elfrather See hinaus. In der Hocke. Gilt es doch, erst einmal das ungewohnte Terrain abzuchecken. Nach wenigen Metern traue ich mich dann. Langsam rappel ich mich auf, erst das eine Bein, dann das andere. Das Board schaukelt von links nach rechts. Es erfordert Körperspannung, um nicht direkt umzukippen. „Beim Stand up Paddling wird der gesamte Körper trainiert“, erläutert Trainer Dirk, der direkt neben mir auf dem Board steht und Tipps gibt. „Setz die Füße weiter in die Mitte, dann stehst du stabiler“, rät er mir. Ein nützlicher Hinweis. Die erste Vorsicht weicht dem Spaß am Paddeln. Selbst eine Drehung gelingt auf Anhieb. Ich erkunde den See, mache einige Meter, traue mich was. Und zack, da war es geschehen. In einem Moment der Unaufmerksamkeit erwischt mich eine leichte Welle. Mein Gleichgewicht verlässt mich, ich plumpse ins Wasser. Was nicht weiter schlimm ist. Doch die unhandliche Schwimmweste erschwert das erneute Aufsteigen. Sehr zur Freude der anderen Kursteilnehmer, auf die ich sicherlich wie eine tollpatschige Robbe wirke.

Nach gut einer Stunde ist die Einführung ins Stand-up Paddling beendet. Eigentlich schade, denke ich mir. Diese Trendsportart bereitet große Freude. Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich auf so einem Board stand.

Eine Anmerkung in eigener Sache: Der Muskelkater am Tag danach war nicht von schlechten Eltern...

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.svbayer08.de