Insolvenzverwalter Dr. Clau-Peter Kruth äußerte sich am Donnerstag erstmals öffentlich: „Der KFC muss entschuldet werden“

Insolvenzverwalter Dr. Clau-Peter Kruth äußerte sich am Donnerstag erstmals öffentlich : „Der KFC muss entschuldet werden“

Am Donnerstag hat sich erstmals Dr. Claus-Peter Kruth, Insolvenzverwalter des KFC Uerdingen, öffentlich zur Situation des Krefelder Traditionsklubs geäußert. In den vergangenen sechs Wochen ging es für ihn, dies räumte er im Zuge einer digitalen Pressenkonferenz ein, zunächst einmal darum, einen Überblick zu verschaffen sowie den „laufenden Spielbetrieb zu stabilisieren“.

Auch dank der Mithilfe der Stadt Krefeld konnten seit seinem Antritt als Insolvenzverwalter für den Fußball-Drittligisten „angemessene Trainingsbedingungen“ geschaffen werden. Kruth hofft, so sagte er, dass die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer den Klassenerhalt meistert. Der 4:0-Erfolg vom Mittwochabend in Meppen „stimmt mich optimistisch“.

Kruth nannte drei wesentliche Säulen, die nun angegangen werden müssen. Um die weitere Auffrechterhaltung des Spielbetriebs sicherzustellen, müssen Finanzierungszusagen des Investors getätigt werden. Erste Gelder seien bereits geflossen. Zudem müsse der KFC „in kürzester Zeit entschuldet werden“. Dies müsse bis vor Beginn der neuen Saison gelingen. Wie hoch die Schuldenlast des KFC ist, wollte Kruth nicht beantworten.

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Er werde nun einen Insolvenzplan erstellen und den Gläubigern ein Angebot unterbreiten. Bis spätestens Juni soll das Insolvenzverfahren abgeschlossen sein.

Das Lizensierungsverfahren bildet die dritte Baustelle. Der Antrag für die Dritte Liga wurde fristgerecht eingereicht. Vorsorglich wird auch ein Antrag für die Regionalliga gestellt.

Ein „zentraler Baustein“ für eine sichere Zukunft des KFC, so Kruth, stellen „die äußeren Rahmenbedingungen“ dar. Eine „klare, mittelfristige Perspektive für eine Rückkehr in die Grotenburg“ sei unabdingbar, so der Insolvenzverwalter. Gespannt blicke er auf die heutige Sitzung des Stadtrats.

Auch gehe es nun darum Einsparungen vorzunehmen. Dass am Wasser für die Mannschaft oder am Internet in der Geschäftsstelle gespart werde, sei jedoch „nicht richtig“, so Kruth. Eher gehe es darum, kein „überdimensioniertes Stadion“ anzumieten. Mit Blick auf die Kaderplanung der vergangenen Jahre räumte er ein: „So kann es nicht weitergehen.“ Der Etat für eine weitere Drittliga-Saison müsse auf „ein angemessenes Niveau“ reduziert werden. Eine Entschuldung sei zwar auch in der Regionalliga möglich, die Chancen steigen jedoch, sollte der KFC auch zukünftig in der Dritten Liga spielen.

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