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Tierpark will schnellstmöglich öffnen dürfen: Zoos appellieren an Kanzlerin

Tierpark will schnellstmöglich öffnen dürfen : Zoos appellieren an Kanzlerin

Der Zoo Krefeld und weitere Tierparks haben sich in einem Brand-Brief an Kanzlerin Angela Merkel gewandt. Die Tierparks drängen auf eine baldige Wiedereröffnung. Bereits jetzt ist das Minus in der Kasse des Krefelder Zoos auf eine Million Euro angewachsen.

Den Krefelder Zoo drückt gewaltig der Schuh. „Und in vier Wochen wird er deutlich zu eng sein“, warnt Sprecherin Petra Schwinn. Seit dem 2. November sind die Türen des Tierparks an der Uerdinger Straße 377 geschlossen. Zum zweiten Mal binnen eines Jahres muss der Zoo coronabedingt in einen Zwangs-Lockdown. Die Folge: Ein finanzielles Minus von rund einer Million Euro. Doch nicht nur das. „Den Tieren merkt man deutlich an, dass ihnen die Besucher fehlen. Bei einigen beobachten wir Verhaltensveränderungen“, berichtet Petra Schwinn.

Nun haben sich die verbandlich organisierten zoologischen Gärten und Tierparks in Deutschland mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer gewandt: Darin bitten sie darum, ab März wieder ihre Türen öffnen und Familien im Lockdown-Stress ein sicheres Ausflugsziel bieten zu dürfen. „Wir haben bereits im Frühjahr 2020 Erfahrungen mit einem solchen Corona-Betrieb gemacht und sehen uns da gut aufgestellt“, sagt die Krefelder Zoo-Sprecherin und ergänzt: „Wir haben die Zeit genutzt, das Konzept verfeinert und ausgeweitet.“ So wurden beispielsweise weitere Einbahnstraßenlösungen errichtet. An den beliebten Tiergehegen - etwa am Gorilla Garten, der Erdmännchen Lodge oder der Pelikan Lagune - werden so die Besucherströme gelenkt. Ehrenamtliche Corona-Aufseher sollen dafür sorgen, dass die Besucher nicht zu lange an den einzelnen Punkten im Zoo verweilen. Und natürlich wird auch die Besucherkapazität beschränkt, sobald der Tierpark wieder öffnen darf. Letztes Jahr durften sich maximal 1500 Gäste gleichzeitig auf dem weiträumigen Areal aufhalten. „Kurzum: Wir sind bereit und stehen in den Startlöchern“, so Schwinn.

Ob die Forderung der Tierparks seitens der Politik aufgegriffen wird, ist offen. „Wir fischen selbst im Trüben, wissen nicht, ob es eine Chance zur Wiedereröffnung im März gibt“, räumt Petra Schwinn ein. Fakt ist jedoch: Den Krefelder Zoo haben die coronabedingten Schließungen finanziell schwer getroffen. Für den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wird der Verlust mit rund 700 000 bis 800 000 Euro beziffert. Seinerzeit gab es jedoch eine Unterstützung vom Land. Diese werde aktuell noch nicht in Aussicht gestellt. „Und alleine in den ersten beiden Monaten 2021 sind wir nun schon wieder bei einem Minus von rund einer Viertel Million Euro“, fasst Petra Schwinn zusammen.