1. Die Stadt

Theater: Frauen machen Geschichte

Durch die Zeiten : Wie Frauen Geschichte machen

Das Kresch-Theater bietet den Schulen, aber auch Erwachsenen, Geschichtsstunden der ganz besonders lebendigen Art. Diskussionen inbegriffen.

 „Es besteht eine große Sehnsucht nach lebendigem Lernen“, erfährt Isolde Wabra in Gesprächen mit Schülern und Lehrern. Deshalb hat die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters Kresch eine ungewöhnliche Geschichtsstunde aus der Taufe gehoben:

Schauspielerinnen stellen in den passenden historischen Kostümen neun Frauen der Weltgeschichte auf der Bühne vor. „Anschließend können die Schüler Fragen stellen und mit den Darstellerinnen ins Gespräch kommen“, ergänzt Wabra. 

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  • Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de
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Das setzt natürlich voraus, dass sich die Schauspielerinnen intensiv mit ihren historischen Figuren beschäftigt haben. Diese sind in Epoche und Charakter sehr unterschiedlich:

Die älteste historische Figur ist die Heilige Maria, Jesu Mutter. Dann folgen als symbolische Figur die Pest des Mittelalters; die einflussreichste Politikerin des 16. Jahrhunderts Elisabeth I. von England; die visionäre Mathematikerin Ada Lovelace Byron aus dem 19. Jahrhundert; die Friedensaktivistin Bertha von Suttner, die Sozialistin Rosa Luxemburg; die Ehefrau des NS-Propagandaministers und glühende Hitler-Verehrerin Magda Goebbels; die Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime Sophie Scholl sowie die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin.

Gut 20 Minuten stellen sich die Frauen jeweils in einem Monolog vor. „Die Texte dazu stammen aus historischen Dokumenten und dem Buch von Christiane Brückner `Wenn du geredet hättest, Desdemona´“, erläutert Helmut Wenderoth, der in dreien der Ministücke die Regie führt. Weitere Regisseure der Stücke sind Franz Mestre und Isolde Wabra selbst.

Aus den so unterschiedlichen Charakteren der historischen Frauen können Jugendliche verschiedene Impulse erhalten: Die Figur von Magda Goebbels kann ein warnendes Beispiel geben, sich nicht von Ideologien verführen zu lassen. Byron hingegen, die sich in einer von Männern dominierten Zeit durchsetzen musste, kann ein Beispiel für den Mut sein, etwas Besonderes aus sich zu machen. 

„Die Proben haben begonnen“, erklärt Wabra. Ab Ende März können Schulen einzelne oder mehrere Vorstellungen für ihre eigene Aula buchen; am 24. und 25. April ist dann Premiere auf der Kresch-Bühne in der Fabrik Heeder - soweit die Corona-Pandemie die Terminierung zulässt.

Es erwarten uns spannende Stunden und Diskussionen.