Sauberkeit in der Stadt: Mit Witz gegen klebrigen Dreck

Sauberkeit in der Stadt : Mit Witz gegen klebrigen Dreck

Dicht an dicht sind die klebrigen weißen Flecken auf Krefelds Bürgersteigen zu sehen, selbst das neue Pflaster der Hochstraße blieb nicht lange verschont. Gegen Kaugummis und anderen Müll geht das Stadtmarketing Samstag mit einer kreativen Aktion vor und will zum Umdenken anregen

Nein, soweit wie in Singapur wird man hierzulande wohl nicht gehen. Im kleinen Stadtstaat sind Kaugummis gänzlich verboten. Ihre Einfuhr, das Kauen und vor allem das Wegwerfen stehen unter Strafe. Allein wer dort widerrechtlich ein Kaugummi verkauft, muss unfassbare 100.000 Dollar zahlen.

Beiläufig ausgespuckt, verkleben die geschmacklos gewordenen Gummis auch in Krefeld Fußwege und Plätze - oder auch Schuhsohlen. Auch deshalb wurde vor Kurzem der Bußgeldkatalog angepasst, die Strafen erhöht. Aber Sanktionen bringen nichts, wenn nicht flächendeckend kontrolliert wird.

Auch aus diesem Grund hatte sich das Stadtmarketing etwas einfallen lassen, statt mit der großen Keule zu schwingen - und hat unter anderem Kaugummis verteilt. Wie das zusammenpasst? Ganz einfach. Das Kaugummi ist hier stellvertretend als „Müllobjekt mit Langzeitauswirkungen“ personifiziert und bittet höflich und augenzwinkernd um einen pfleglichen Umgang. „Unter dem Motto ’Nimm mich doch einfach mit!’ gab es zu den Kaugummis noch einen Flyer mit allen Informationen und eine Packung Taschentücher dazu. Darin können die gebrauchten Kaugummis problemlos eingehüllt und dann im Mülleimer entsorgt werden. Und mit ein bisschen Witz und Ironie lässt sich das Problem oft einfacher verdeutlichen“, erklärt Claire Neidhardt vom Stadtmarketing.

Samstag und letzte Woche werden und wurden in einer gezielten Promotion-Aktion 15000 von diesen Sets verteilt, außerdem gibt es Info-Zettel und Plakate in den Geschäften. „Mach es wie zu Hause“, lautet der Appell. Da würde schließlich auch keiner freiwillig seinen Teppich oder das Parkett mit einem Kaugummi verkleben.

„Genauso wie zu Hause, sollten die Menschen eben auch mit der Stadt umgehen“, sagt Neidhardt. Das gelte jedoch nicht nur für Kaugummis, sondern auch für Kippen, Verpackungen oder anderen Müll, der oft achtlos zu Boden fallen gelassen wird. Auch zukünftig möchte das Stadtmarketing mit solchen Aktionen auf diese Problematik aufmerksam machen.

Übrigens: Wem Schmutz oder Dreck im Stadtbild auffällt, der kann und soll sich gerne bei der Sauberline der GSAK unter 02151-582200, über die GSAK-App oder www.maak-et.de melden.

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