1. Die Stadt

IHK-Umfrage unter 900 Unternehmen am Niederrhein

Die Firmenumfrage : Hoffnung auf Erholung

Corona hat die Konjunktur verhagelt. Aber es gibt auch stabile Branchen. Krefeld steht insgesamt ein wenig besser da als die Region. Ergebnis einer Umfrage unter 900 Unternehmen am Niederrhein.

Im Sommer sahen die Firmen noch optimistisch in die Zukunft. Denn die Corona-Pandemie schien gebrochen. Der Konjunkturmotor sprang wieder an. Doch dann kam die zweite Welle, härter als die erste.

„Der Erholungsprozess vom Sommer ist gestoppt“, zieht Jürgen Steinmetz denn auch eine nüchterne Bilanz. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein hat die Zahlen der Januar-Umfrage unter 900 Unternehmen aus den IHK-Bezirken Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf vor Augen: „Die Konjunktur stagniert.“

Dabei gibt es durchaus stabile Branchen. „Die Bauwirtschaft läuft sehr gut“, hebt Gregor Berghausen hervor, der Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Das liegt an dem hohen Sanierungsbedarf im Tiefbau und den niedrigen Zinsen, die den Wohnungsbau antreiben. 

Auch der Großhandel kann im  Produktionsgüterbereich nicht klagen; erwartet da sogar noch einen weiteren Aufschwung.  

 Doch im Konsumgüterbereich bricht auch der Großhandel ein. „Es gibt keine einheitliche Entwicklung der Gesamtwirtschaft“, schaut Jürgen Steinmetz auf die sehr unterschiedlichen Antworten der  Unternehmen, „es kommt auf die einzelnen Branchen an, wie sie von der Pandemie betroffen sind.“

Massiv betroffen sind vor allem der  Einzelhandel und die Dienstleister.  Der Lockdown hat schon das Weihnachtsgeschäft verhagelt. Die Online- sowie Bringdienste, mit denen viele Geschäfte und Gastronomien gegen die Krise ankämpfen, können die Verluste nicht ausgleichen. „Die Corona-Hilfen müssen schneller fließen“, fordert denn auch Jürgen Steinmetz. In vielen von Corona betroffenen Unternehmen seien die Liquiditätsreserven aufgebraucht. 

Da sich die Corona-Pandemie hinzieht, erwarten rund 37% der befragten Unternehmen eine Besserung ihrer Lage erst im Herbst; gar 38% sehen sie noch später im kommenden Jahr. Für den Rest ist die Besserung jetzt schon eingetreten oder wird kurzfristig erwartet. So unterschiedlich ist das Lagebild.  

Hoffnungsträger der Konjunktur ist die Industrie. Sie hat zwar einen Dämpfer bekommen, der neben Corona auch auf den Brexit, auf Lieferengpässe und die Abschottung Amerikas zurückzuführen ist. Aber nicht zuletzt wegen des guten China-Geschäftes hat sich dennoch  ihre Neigung zu Investitionen erhöht.

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Das stabilisiert  auch die Wirtschaftslage in Krefeld. „Ohne die Industrie wäre die Lage in Krefeld schechter“, bestätigt Steinmetz. Insgesamt steht Krefeld sogar etwas besser da als die Gesamtregion. Immerhin bewerten in der Region rund 33 % der  Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als schlecht, in Krefeld sind es weniger: 26 %. Umgekehrt ist  die  Erwartung auf baldige Besserung der Lage in der Seidenstadt ein wenig ausgeprägter als im Durchschnitt der Region. Möge der Optimismus gerechtfertigt sein.