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Historische Unterwäsche im Krefelder Textilmuseum

Ausstellungsausblick 2020 : Unterwäsche aus alter Zeit

Im Jahresprogramm des Textilmuseums 2020 stecken Highlights. Die Besucherbilanz 2019 enttäuschte.

An Ideen mangelt es im Deutschen Textilmuseum wahrlich nicht:

„Hauchzarte Gebilde“ ist eine Ausstellung überschrieben, die am 10. Mai startet. Ihr Thema: Unterwäsche. Und zwar historische Höschen und Hemdchen von 1850 bis 1930. Künstlerisch fotografiert von der niederländischen Fotokünstlerin Ellen Korth. „Das Thema passt in die Sommerzeit“, scherzt Museumsdirektorin Dr. Annette Schieck.

Zuvor, am 29. März, endet die aktuelle Ausstellung „Zeitkolorit“. Auch diese ist außergewöhnlich. Denn die Verbindung von Chemiefarben und Mode wurde in dieser Form noch nie gezogen. Zumal die Farben auf eine Krefelder Sammlung zurück gehen.

Als dritte Ausstellung im laufenden Jahr beginnt am 11. Oktober der „Goldene Drache“. Darunter werden chinesische Textilien gefasst, die ein Experte über ein Jahr lang im Magazin des Museums erforscht hat.

Zu dieser Ausstellung sucht Dr. Schieck den Kontakt zu einem Seidenmuseum in China und zur chinesischen Botschaft in Berlin. Vielleicht kommt zur Eröffnung ja sogar der Botschafter.

Diesen bunten Ausstellungsreigen kündigen Dr. Schieck und ihre Stellvertreterin Dr. Isa Fleischmann-Heck als Jahresprogramm für 2020 an. Man darf vermuten, dass es wieder viele Besucher in das Haus am Andreasmarkt in Linn zieht.

Obgleich das vorige Jahr nicht so erfolgreich war wie gehofft. Obwohl mit der europäischen Trachtensammlung eigentlich ein Highlight zu sehen war, blieb die Zahl der Besucher bei 13.150 hängen. Im Jahr davor wurden noch 18.000 Besucher gezählt.

Doch war das Textilmuseum immerhin in eine Reihe von wissenschaftlichen Projekten eingebunden, die den Namen Krefeld hinaus in die Welt trugen.

So kamen erst im Herbst 120 Forscher und Museumsleiter aus aller Welt ins beschauliche Linn, um hier über die Farben in der Mode zu diskutieren. Auch sind zwei Bücher entstanden, eines zur Herkunftsforschung und eines zu Modefarben, die jeweils als bahnbrechend in ihrem Bereich gelten dürfen.

Und für das kommende Jahr 2021 ist bereits eine Ausstellung in Arbeit, die sich um die Kleidung von Migranten dreht. Dazu wurden Ausländer in Krefeld befragt.

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Selbst für das Jubiläumsjahr 2023, wenn Krefeld seiner Gründung vor 650 Jahren gedenkt, gibt es bereits Pläne: Dann präsentiert das Textilmuseum seine Forschungsergebnisse, wie Krefelder Aufsteigerfamilien in früherer Zeit mit Kleidung und Accessoires ihren „Stand“ repräsentierten. Man darf gespannt sein.