Grüne nominieren Thorsten Hansen als OB-Kandidat

Grüne mit eigenem Kandidaten : OB-Wahl: Thorsten Hansen tritt an

Grünen-Politiker Thorsten Hansen erklärt seine Kandidatur zur Wahl des Oberbürgermeisters. Zudem hat die Partei ihre Liste für die Stadtratswahl zusammen gestellt. Frauen und Männer bilden je die Hälfte der Plätze.

„Ich vermute, es wird ein Dreierkampf zwischen den Kandidaten von SPD, CDU und mir“, schätzt Thorsten Hansen die politische Lage ein.

Die Krefelder Grünen haben den 52-jährigen Ratsherrn auf ihrer Mitgliederversammlung zu ihrem Kandidaten für das Amt des Krefelder Oberbürgermeisters gewählt. Die Kommunalwahl ist im kommenden Jahr.

Hansen hat als Grüner durchaus Chancen. Denn anders als bei der vorigen OB-Wahl gibt es diesmal keinen zweiten Wahlgang mehr. Das bedeutet: Der Kandidat, der im ersten Wahlgang die meisten Stimmen bekommt, ist neuer OB; auch dann, wenn er weit weniger als 50 Prozent erhält.

Thorsten Hansen ist für den Wahlkampf gut gerüstet. Hat er doch reichlich Erfahrung gesammelt, als er im Jahre 2015 zum ersten Mal für die Grünen antrat. „Wir gehen fair miteinander um“, ist sein Credo.

Auch die Zusammenarbeit zwischen den Parteien im Stadtrat sei von gegenseitigem Respekt geprägt.

Für sein Wahlprogramm hat Hansen vier Schwerpunkte gebildet:

„Wir wollen die Mobilitätswende ohne wenn und aber“, unterstreicht er die Ziele des Stadtrates, den öffentlichen Nahverkehr und die Radverbindungen auszubauen. Als OB möchte er diese Ziele nachdrücklich umsetzen. Hansen: „Wir wollen eine menschenfreundliche Stadt statt einer autofreundlichen.“

Desweiteren will Hansen die „ökologische Stadtentwicklung“ vorantreiben. Nicht nur Grünflächen auf dem Boden sollen geschaffen werden, sondern auch begrünte Fassaden und Dächer. Besonders sei die Entwicklung der Innenstadt ins Auge zu fassen. Denn Hansen moniert: „Die Innenstadt ist in Krefeld Problemviertel, während sie in anderen Städten Aushängeschild ist.“

Drittens werde sich ein OB Hansen dem Abbau der hohen Arbeitslosigkeit widmen. „Man muss die Sprache der Wirtschaft sprechen, um als Bindeglied zwischen den Unternehmen Einfluss nehmen zu können“, sagt der IT-Fachmann, der beruflich in Leitungsfunktionen viel Erfahrung hat. Angesichts des Fachkräftemangels könne gerade im Hinblick auf Langzeitarbeitslose einiges bewegt werden.

Vierter Schwerpunkt ist die Digitalisierung. „In der Verwaltung sollten wir mehr die Daten fließen lassen als die Akten“, ruft Hansen zu mehr Tempo beim digitalen Umbau auf. Schnelles Internet und die Förderung der Gründerszene seien wichtig für Krefeld.

Auf der Mitgliederversammlung war durchaus strittig, ob die Grünen einen eigenen OB-Kandidaten aufstellen sollen. „Wir haben lange diskutiert“, räumt Parteichef Karsten Ludwig ein.

Denn mehrere Redner befürchteten, der eigene Kandidat könne SPD-Matador Frank Meyer so viele Stimmen entziehen, dass die CDU davon profitiere. Doch letztlich siegte die Ansicht, die Grünen sollten im Wahlkampf ein eigenes Gesicht zeigen. Sicherlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Grünen angesichts der Klimadebatte derzeit einen Lauf haben.

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