Streit bei den Krefeld Pinguinen: Die „Causa Ponomarev“

Streit bei den Krefeld Pinguinen : Die „Causa Ponomarev“

Mikhail Ponomarev, Präsident des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen und Anteilseigner der Krefeld Pinguine, steht öffentlich unter Beschuss. Der russische Unternehmer soll dem Eishockey-Club rund eine Million Euro schulden. Der 44-Jährige will sich dazu nicht äußern.

Gerade einmal 13 Monate ist es her, da wurde Mikhail Ponomarev, russischer Unternehmer und Präsident des KFC Uerdingen, als Hoffnungsträger für das Krefelder Eishockey gefeiert. An jenem Abend des 4. September 2018 luden Pinguine-Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz und eben Ponomarev zum Nobel-Italiener „Villa Medici“ ein.

„Ich bin stolz darauf, jetzt ein Teil der Pinguine zu sein. Dies ist ein überaus attraktives Projekt. In meiner Seele liebe ich Eishockey“, verkündete der Neu-Gesellschafter, der 46 Prozent der Anteile an den Pinguinen übernahm, seinerzeit.

Heute, etwas mehr als ein Jahr später, wurde aus dem Hoffnungsträger ein Wackelkandidat und Unsicherheitsfaktor. In dieser Woche watschte Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos einen seiner Haupt-Anteilseigener öffentlich ab, machte bekannt, dass er „seinen Verpflichtungen und Zusagen seit Monaten nicht nachkommt“ (wir berichteten).

Wie der Extra-Tipp erfuhr, handelt es sich in Summe um eine Million Euro, die Ponomarev den Schwarz-Gelben schuldet. 451 000 Euro stammen aus der Vor-Saison,

500 000 Euro soll der Unternehmer für die aktuelle Spielzeit zugesagt haben. Hinzu kommen 50 000 Euro für das Oberliga-Team des KEV 81. „Herr Ponomarev gefährdet damit die Zukunft des DEL-Standorts Krefeld erheblich“, klagt Matthias Roos.

Pinguine-Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz zeigte im Gespräch mit unserer Zeitung großes Verständnis für den Vorstoß seines Geschäftsführers.

„Ich kann ihn gut verstehen, er muss sich ja schützen, will er sich nicht irgendwann der Insolvenzverschleppung schuldig machen.“ Schulz, der zuletzt nur spärlichen Kontakt zu seinem Mit-Gesellschafter hatte, geht nach wie vor davon aus, „dass Herr Ponomarev die zugesagten Gelder überweist“.

Natürlich fragte der Extra-Tipp auch bei Mikhail Ponomarev nach, doch dieser will sich (noch) nicht zu den Vorwürfen der Krefeld Pinguine äußern.

Laut unseren Informationen ist mittlerweile auch die Stadtverwaltung über das derzeitige Dilemma unterrichtet worden. Bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form Oberbürgermeister Frank Meyer eingreift.