1. Die Stadt

Animation der alten Krefelder Synagoge auf YouTube

Computer-Animation der alten Synagoge : Rückkehr ins Gedächtnis der Stadt

Junge Digitaltechniker haben die abgebrannte Krefelder Synagoge am Bildschirm nachkonstruiert.

Die alte Synagoge, 1938 bei der Pogromnacht zerstört, fügt sich in der „Virtual Reality“ aus ihren Ruinen wieder im ehemaligen Glanz zusammen. Dafür haben die „Weltenweber“ gesorgt, eine Krefelder Firma, spezialisiert auf die Erschaffung künstlicher Wirklichkeiten am Bildschirm.

„Sehr bemerkenswert, was die Weltenweber geschafft haben“, bewundert Michael Gilad die fertige Computeranimation. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde stand den jungen Digitaltechnikern bei der Konstruktion mit Informationen zur Seite.

Jeder Interessent kann auf seinem Handy, Tablet oder Laptop den 360-Grad-Film auf dem Video-Kanal „YouTube“ anschauen und einen virtuellen Rundgang durch die ehemalige Krefelder Synagoge unternehmen. Dazu muss man nur das Stichwort „Krefelder Synagoge“ in die Suchfunktion von „YouTube“ eingeben oder die präzise Adresse: youtu.de be/ 2Q-sxzEgpOc

Die ehemalige Synagoge war ein imposantes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit hohem Turm. Es stand an der Ecke Marktstraße / Petersstraße, bis die Nazis das Gotteshaus im Jahre 1938 abbrennen ließen.

„Zur Nachbildung standen nur Baupläne zur Verfügung“, weist Sandra Franz von der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer auf die Schwierigkeiten für die jungen Digitaltechniker hin. Deshalb weist die Gestaltung des Innenraums manche Leerstelle auf. „Wir wissen nicht, wie die Fenster genau ausgesehen haben“, erklärt „Weltenweber“ Lukas Kuhlendahl.

Im Großen und Ganzen aber feiert das Gebäude im VR-Video eine verblüffende Rückkehr ins Gedächtnis der Stadt. Finanziert hat das Projekt die Kulturstiftung der Krefelder Sparkasse.