1. Die Stadt

Andrea Berg hilft bei Mundschutz-Projekt

Draht zu den Mundschutz-Näherinnen - hier die richtige Telefonnummer : Schlagerqueen an der Nähmaschine

In unsere heutige Printausgabe hatte sich eine falsche Telefonnummer eingeschlichen. Hier der richtige Draht zu den Mundschutz-Näherinnen der „Wiege“: 0170 3037890.

Wenn die Not am größten ist, stehen die Menschen zusammen und helfen einander. So auch jetzt, während der Corona-Epidemie, in Krefeld. Hier haben sich die Verantwortlichen des Vereins Die Wiege mit Schirmherrin und Schlagerqueen Andrea Berg und den Vereinigten städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach mit Intendant Michael Grosse zusammengeschlossen. Bei ihnen allen rattern die Nähmaschinen. Engagierte Leute fertigen Behelf-Mund-Nasen-Schutz (BMNS) an. Die ersten werden bereits ausgeliefert.

“Helfen, wo man helfen kann. Gemeinschaftlich unterwegs sein. Das sind einige Gebote der Stunde“, sagt Intendant Michael Grosse. „Unser Theater steht mitten in der Stadt und wir verorten uns auch in der Mitte der Gesellschaft. Wenn wir dieser Stadt und dieser Gesellschaft in der jetzigen Lage etwas zurückgeben können, ist dies gut für alle.“

Eigentlich würden die Mitglieder der Schneiderei jetzt normalerweise die kommenden Premieren vorbereiten: Das Musical „Sunset Boulevard“, Schillers „Wilhelm Tell“ und das Ballett „Der Sturm/Ein Sommernachtstraum“. Nun arbeiten insgesamt zwölf Schneiderinnen und Schneider an den Mundschutzen - um den vorgeschriebenen Abstand zu halten, in zwei Schichten - tageweise. Die Stoffe stammen alle aus den theatereigenen Beständen.

Beim Verein Die Wiege sind vier Frauen gegen Corona an ihren Nähmaschinen tätig. „Die Schutzmasken sind ebenso wie Schutzkleidung derzeit Mangelware“, sagt Karin Meincke, zweite Vorsitzende des Vereins. „Wir wollen jetzt gemeinsam Abhilfe schaffen.“ BMNS entspreche zwar nicht dem genormten Mund-Nasen-Schutz, könne aber die Übertragung von Coronaviren durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen verhindern und so die Übertragungswege der Corona-Infektion reduzieren.

Bereits 60 Stück sind fertig gestellt. Meincke: „Wir werden sie – in Absprache mit der Feuerwehr - zuerst an Ambulante Pflegedienste, dann an Altenheime und danach an die Bevölkerung abgeben. Dies geschieht kostenlos. Spenden werden gerne genommen.“ Die Logistik werde über die Wiege laufen, erklärt sie weiter.

„Meine Umfrage bei den Pflegediensten hat einen Bedarf zwischen 40 und mehrheitlich bis zu 100 BMNS ergeben“, berichtet Meincke. „Dort waren alle über die Unterstützung glücklich. Besondere Freude habe das Engagement bei denjenigen Mitarbeitern gezeigt, die alte und pflegebedürftigen Menschen besuchen und dafür dringend weiteren Schutz benötigen.“

Eine Hochrechnung ergebe, dass ein Bedarf von geschätzt etwa 2500 bis 3000 BMNS für die Mitarbeiter der Ambulanten Pflegedienste besteht. Nach den Rückmeldungen sind es zurzeit rund 100 Masken, die am Tag genäht werden können. „Deshalb suchen wir noch Näherinnen und auch Material“, sagt die stellvertretende Vorsitzende. „Übrigens sind diese Schutze mehrfach nutzbar. Eine Anleitung für das fachgerechte Waschen und die Anwendung wird mitgeliefert.

Stoffe wie glatte Baumwoll-Bettwäsche, Stoffballen oder Geschirrhandtücher können nach vorheriger Anmeldung gespendet werden. Sie werden nach Farben und Nutzbarkeit sortiert und zu „Textilpflege Weber“ gebracht. Der Juniorchef hat zugesagt, dass seine Firma die Wäsche kostenlos und fachgerecht wäscht. Es werden auch noch weitere Näherinnen gesucht und angeleitet.

Kontakt: Tel. 0170 3037890,

info@karinmeincke.de