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Niedrige Rente im Alter: Mit diesen Möglichkeiten gilt es vorzusorgen

Finanzen : Niedrige Rente im Alter: Mit diesen Möglichkeiten gilt es vorzusorgen

Die gesetzliche Rente im Alter wird bei vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht ausreichen. Das ist leider eine traurige Sicherheit. Das Rentenniveau wird auch in den kommenden Jahren immer weiter sinken, was bedeutet, dass zukünftige Generationen umso mehr anderweitig vorsorgen müssen. Denn nur so kann auch während der Rente der Lebensstandard gehalten werden. Die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge sind vielfältig: Von der normalen privaten Rentenversicherung, über Immobilien bis hin zur staatlich geförderten Vorsorge, ist Vieles denkbar, womit sich die künftige finanzielle Situation im Lebensabend aufbessern ließe.

Das deutsche Rentensystem

In Deutschland existiert beim Thema Altersvorsorge ein sogenanntes „Drei-Säulen-System“. Die gesetzliche Rentenversicherung ist dabei nur eine Säule. Um die anderen beiden müssen sich Arbeitnehmer in der Regel selbst kümmern. Die gesetzliche Rentenversicherung deckt dabei die Basis ab und hat eine Regelsicherungsfunktion.

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Daneben gibt es ergänzend die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge bei Angestellten sowie einer privaten Vorsorge. Letztere Möglichkeiten zur Absicherung sollten nicht unterschätzt werden, da die gesetzliche Rente allein wohl kaum reichen wird, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Dafür sind rund 75 Prozent des letzten Nettoeinkommens notwendig. Das Rentenniveau sinkt jedoch konstant und wird im Jahr 2030 wohl bis auf 43 Prozent gesunken sein. 

Welche Art der Vorsorge ist die richtige für mich?

Wie die Vorsorge im Alter später einmal aussehen soll, ist abhängig von verschiedenen Umständen. Hier spielt natürlich die aktuelle finanzielle Situation eine große Rolle, genauso wie die weitere Lebensplanung. Daneben sollten auch äußere Umstände wie beispielsweise die aktuelle Niedrigzinsphase mit in die Planungen eingeschlossen werden.

Wer sich etwa für einen normalen Sparvertrag entscheidet, muss mit eher niedrigen Erträgen rechnen. Wer jedoch Geld für ein Haus braucht, das als Altersvorsorge dienen kann, kann von den niedrigen Zinsen und dem daraus folgenden günstigen Darlehen profitieren.  

Immobilie nach wie vor beliebteste Anlage

Bleiben wir beim Thema Immobilien. Häuser und Wohnungen sind noch immer eine sehr beliebte Geldanlage. Zudem eignen sie sich bestens als private Vorsorge für das Alter. Denn wer ein Haus kauft, lässt nicht das Geld für sich arbeiten, sondern investiert in eine Sache, die ihren Wert möglicherweise noch deutlich steigern kann. Eine solche Wertsteigerung ist abhängig von der Lage und dem Zustand der Immobilie.

Die Vorteile für die Altersvorsorge liegen auf der Hand:

  • Die Immobilie kann verkauft und so zu Geld gemacht werden, das die Rente im Alter aufbessert.
  • Die Immobilie kann vermietet werden. Auf diese Weise gibt es zusätzlich zur Rente ein regelmäßiges passives Einkommen.

Die Immobilie kann weiter bewohnt werden, um mögliche Mietkosten im Alter einzusparen. 

Riester-Rente

Hierbei handelt es sich um eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Wer einen Riester-Vertrag abschließt kann pro Jahr einen Zuschuss von bis zu 175 Euro auf die gezahlten Beiträge bekommen. Wer Kinder hat, bekommt sogar noch mehr. Um den vollen Fördersatz zu erhalten, muss jedoch ein monatlicher Mindestbetrag gezahlt werden, der sich am aktuellen Gehalt orientiert. Zudem lassen sich die monatlichen Beiträge zur Riester-Rente von der Steuer absetzen.

Daneben gibt es den sogenannten Wohn-Riester. Er kombiniert die Riester-Rente mit der Immobilie als Altersvorsorge. Damit auch hier eine staatliche Förderung möglich ist, muss der Vertrag des Baukredits jedoch einige Bedingungen erfüllen. Riester-Verträge können jedoch nicht von Selbstständigen abgeschlossen werden.

Rürup-Rente

Sie wird auch Basisrente genannt und kann sowohl von  Angestellten als auch Selbstständigen abgeschlossen werden. Sie wird, ähnlich wie die Riester-Rente, ebenfalls staatlich gefördert. Allerdings gibt es dabei keine Zuschüsse, sondern nur steuerliche Vorteile. Dabei liegt der Förderhöchstbetrag bei 25.787 Euro. Bis 2025 sollen bis zu 100 Prozent der Beiträge steuerlich absetzbar sein, aktuell sind es 92 Prozent.

Private Versicherung

Neben diesen staatlich geförderten Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge, gibt es auch noch die klassische private Rentenversicherung. Sie funktioniert wie jede normale Versicherung auch: Es werden monatliche Beiträge einbezahlt und angespart. Der Betrag wird bei Eintritt ins Rentenalter, beziehungsweise einem anderen vereinbarten Zeitpunkt wieder ausbezahlt. Dabei kann die Auszahlung entweder als komplette Summe oder als monatliche Rente gehandhabt werden. Leider sind solche Versicherungen nicht gerade renditestark.

Fondsparen für das Alter

Ein ähnliches Prinzip verfolgt das Fonsparen. Dabei ist jedoch die Chance auf eine höhere Rendite größer, allerdings besteht auch ein gewisses Risiko bei dieser Sparmethode. Dabei können Interessierte monatlich in sogenannte ETFs einbezahlen. Die Bezeichnung steht für börsennotierte Indexfonds. Allerdings sollte man sich hier gut beraten lassen, um mit einem möglichst geringen Risiko einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen.

Unterstützung vom Arbeitgeber

Die dritte Säule betrifft, wie bereits erwähnt, vor allem die Arbeitgeber. Sie müssen ihren Angestellten die Möglichkeit einer Betriebsrente bieten. Seit dem Jahr 2020 ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet mindestens 15 Prozent aus eigener Tasche zuzuschießen. Er muss sich dabei um eine geeignete Anlageform kümmern. Die Beiträge werden dann vom Bruttogehalt abgezogen. Wichtig zu wissen: Solche Betriebsrenten lohnen sich meist nur, wenn der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent der Beiträge dazugibt. Oft übernimmt er sogar die kompletten Kosten.

Fazit

Es ist wichtig, dass wir früh genug für den Lebensabend vorsorgen und uns vor einer drohenden Altersarmut schützen, denn die gesetzliche Rente kann uns nur zu einem gewissen Teil absichern. Damit wir wirklich im Alter noch so leben können, wie wir es uns wünschen, sollten wir uns so vielfältig wie möglich finanziell auf die Rente vorbereiten.