Festwoche zum 125. Jubiläum der Kirche St. Johann Baptist

Größte Kirche Krefelds feiert Jubiläum : Mutter Theresa als Vorbild

Die Geschichte der Kirche St. Johann könnte bald zu Ende sein. Nun wird sie nochmal wach gerufen.

„Dies ist die größte Kirche von Krefeld und eine der größten im ganzen Bistum Aachen“, schwärmt Jan Lange von dem mächtigen katholischen Gotteshaus am Johannesplatz in Stahldorf, zwischen Hochschule Niederrhein und Helios-Klinikum gelegen.

97 bis 100 Meter misst der Turm, um ein paar Zentimeter will man sich nicht streiten. „Hier passen 3000 Menschen hinein“, verdeutlicht der Sprecher des Gemeindeausschusses die Ausmaße von St. Johann Baptist.

Leider kommen heute keine Massen mehr zum sonntäglichen Gottesdienst. Das war früher anders. Zum Ende des 19. Jahrhunderts zählten die Katholiken der St. Stephans-Kirche an der Stephanstraße in Krefeld-Mitte gut 25.000 Mitglieder. Das war zu viel für die Stadtkirche. Deshalb beschloss die Gemeinde im Jahre 1890, eine weitere Kirche zu errichten: St. Johann Baptist, gewidmet Johannes dem Täufer. „Die Familie Rohr stiftete das Grundstück am heutigen Johannesplatz und noch 14.600 Mark dazu“, referiert Lange, der sich in die Geschichte der Kirche hineingelesen hat.

Denn Jan Lange hat eine Ausstellung zur Kirche aus Anlass ihres 125-jährigen Jubiläums gestaltet. Im Oktober 1894 war die neu gebaute Kirche eingeweiht worden. Um auch weitere Interessenten anzulocken, hat Lange gleich die Geschichte der Stadt Krefeld mit dargestellt. Angefangen bei den Römern.

Die Stelen sind bis 10. Oktober im Kirchenraum zu sehen. Bis zum 10. Oktober läuft die Festwoche zum Jubiläum. „Wir haben täglich eine Heilige Messe“, lädt Lange zur Teilnahme ein.

Das Besondere: Jede Messe ist einer wertvollen Reliquie gewidmet, von denen in St. Johann Baptist mehrere lagern. So ruhen in einem Schrein Gebeine des Heiligen Gaudentius, an einem anderen Platz Splitter vom Kreuz Jesu und eine Haarlocke der Mutter Theresa.

Die großherzige Menschenfreundin hat für die Gemeinde Vorbildfunktion. So bietet die Gemeinde täglich ein Frühstück für bedürftige Menschen an und sonntags sogar ein Mittagessen.

Vielleicht ist die Festwoche das letzte Jubiläum, das in der Kirche gefeiert werden kann. Denn das Bauwerk steht auf der Liste möglicher Entweihungen. Mangels Gläubiger, die die angebotenen Gottesdienst auch besuchen, könnte das Gotteshaus dem Rotstift zum Opfer fallen. Ein Schicksal, das heutzutage viele Gotteshäuser trifft. Insofern ist die Festwoche auch ein Bekenntnis zum Erhalt.

Die Messen liegen: 4. Oktober 19 Uhr; 5. Oktober 10 Uhr, 16 Uhr (im syromalankaren Ritus); 6. Oktober 11.15 Uhr (Latein. Hochamt), 18 Uhr; 7. Oktober 19 Uhr; 8. Oktober 18 Uhr; 9. Oktober 16 Uhr; 10. Oktober 18 Uhr. Die Ausstellung ist jeweils eine Stunde vor und nach der Messe geöffnet. Samstag, 5. Oktober, ist Führung um 13 Uhr.

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