Haus der Seidenkultur : Bauhaus-Mode für junge Damen

Studenten der Hochschule Niederrhein bereichern den Shop des Hauses der Seidenkultur.

"Wie können wir ein jüngeres Publikum an unser Haus binden?" Diese Frage beschäftigt den Vorstand des Hauses der Seidenkultur. Das kleine Museum mit den Original Webstühlen der alten Seidenmanufaktur an der Luisenstraße erfreut sich zwar hohen Ansehens. Doch junge Leute gehören nicht gerade zu den stärksten Gruppen des Publikums.


Das änderte sich jetzt, als sechs junge Studentinnen den historischen Websaal inspizierten. Ihre Absicht: Inspiration für eine aktuelle Seidenkollektion finden, die Damen ihres Alters ansprechen und dann im Shop ausgelegt werden könnte.


Die angehenden Textil- und Bekleidungsingenieurinnen entschieden sich für ein Design, das eng mit der Stadt Krefeld verwoben ist: dem Stil des Bauhauses. Diese Kunstrichtung der Moderne feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Krefeld ist einer der Aktionsorte, weil hier mehrere Bauten dieser architektonischen Stilrichtung stehen (Haus Esters, Haus Lange).


"Wir haben uns für geometrische Muster in schwarz, weiß und grau entschieden", verweisen die jungen Damen auf ihre Entwürfe: eine Handtasche, ein Haarreif und einen breitschweifigen Modegürtel.
"Das ist chic, entspricht der aktuellen Mode und wird auch von jungen Leuten getragen", wissen die Studentinnen der Hochschule Niederrhein.


Die Entwürfe waren Aufgabenstellung für ihre Semesterarbeit. Gut 180 Stunden hat jede der Studentinnen in die gemeinsame Herstellung investiert. Die Note dafür ist noch nicht bekannt. Aber das Haus der Seidenkultur möchte die drei Produkte auf jeden Fall im Shop anbieten. Das wird allerdings noch bis Herbst dauern. Dann werden vielleicht mehr junge Leute den Weg in den Shop finden.


"Der Shop ist wichtig für uns", unterstreicht Sprecher Dieter Brenner. Denn das Museum hat monatliche Unterhaltskosten von rund 3000 Euro. Da kommen die Einnahmen aus dem Shop, in dem Textilien mit original historischen Webmustern zu erhalten sind, gerade recht.

Mehr von Mein Krefeld