Ausstellung Haus der F. im Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museum

Weiblicher Blick auf Design-Sammlung : Suggestive Situation

Zum dritten Mal beschäftigt sich ein Künstler mit der Sammlung des Kaiser-Wilhelm-Museums. Diesmal mit einem betont weiblichen Blick.

Das Kaiser-Wilhelm-Museum weist eine Besonderheit auf: Es versteht sich nämlich nicht nur als Hort zeitgenössischer Gemälde und Skulpturen. Es verfügt auch über eine große Design-Sammlung.

Die sogenannte „angewandte Kunst“ steckt in schön gestalteten Alltagsgegenständen wie Möbeln, Blumenvasen oder Kleidern.

Die niederländische Künstlerin Ola Vasiljeva hat sich jetzt eingehend mit der Krefelder Sammlung von „angewandter Kunst“ auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist in einer neuen Ausstellung zu sehen, die am Freitagabend, 19 Uhr, eröffnet wird und die bis zum 22. September läuft.

Die Ausstellung heißt „Haus der F.“ und erinnert mit diesem Titel an das „Haus der Frau“, einer Installation des Werkbundes im Jahre 1914 in Köln.

Der Werkbund war eine Vereinigung, die über gutes Design Alltags- und Industriegegenstände verbessern wollte. Ein Vorläufer vom „Bauhaus“.

Doch waren Frauen als künstlerische Gestalterinnen unterrepräsentiert. Deshalb stellten die wenigen Damen der Designsparte konzentriert im „Haus der Frau“ aus.

„Ola Vasiljeva hat das Haus der Frau motivisch aufgegriffen“, verweist Kuratorin Constanze Zawadzky auf die neue Ausstellung im 2. Obergeschoss. In einem ausgelegten Teppich sind sogar die Umrisse des damaligen Hauses der Frau nachgezeichnet.

Die Künstlerin hat sich für ihre eigene Installation vom „weiblichen Design“ inspirieren lassen und einen spezifisch weiblichen Blick auf die Design-Sammlung gewagt. Ihre Installation, bestehend aus verschiedenen Tischen, Wänden und Gestaltungen, wirkt wie ein verlassenes Atelier. Eine „suggestive Situation“, bekräftigt Zawadzky.

Zusätzlich zu dieser Installation zeigt das Museum in den Nebenräumen aus der eigenen Sammlung Kunstwerke, die nach 1965 entstanden sind; darunter Werke so berühmter Künstler wie Gerhard Richter und Andreas Gursky.

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