| 19.48 Uhr

Reparaturen und Planungskosten
Rat gibt 1,25 Millionen für Grotenburg frei

Reparaturen und Planungskosten: Rat gibt 1,25 Millionen für Grotenburg frei
FOTO: jps
Krefeld. Der Krefelder Stadtrat hat am Donnerstagabend einstimmig eine Million Euro für Sofortmaßnahmen und weitere 250.000 Euro an Planungskosten für die Sanierung des Grotenburgstadions freigegeben. Damit ist der Spielbetrieb vorerst gesichert. Von Jan Popp-Sewing

Rund 8,7 Millionen Euro soll die Sanierung des Fußballstadions insgesamt kosten, schätzt die Stadtverwaltung. Wie diese genau ablaufen könnte, und was es am Ende voraussichtlich tatsächlich kostet, das Stadion nachhaltig zu sanieren, soll nun ermittelt werden. Für die Planer stehen 250.000 Euro bereit.

1,07 Millionen Euro fließen in den nächsten Monaten in Reparaturen, die nötig sind, um überhaupt den Spielbetrieb in der 4. Liga aufrecht zu erhalten. Mehr als die Hälfte (555.000 Euro) wird zur Modernisierung der in die Jahre gekommenen Haustechnik verwendet). 131.000 Euro werden für Reparaturen der Außenanlagen verwendet. 170.000 Euro kostet das Sofortprogramm an Steuern.

Das Geld wird an anderen Kostenstellen im Haushalt eingespart, allerdings nicht im Breitensport. Das war allen Parteien wichtig.

Das einstimmige Votum (lediglich die ehemalige AfD-Ratsfrau, heute parteilos, enthielt sich) ist auch ein Zeichen in Richtung der Fans und des KFC. Angesichts des kalkulierten Kostenaufwands von 8,7 Millionen Euro ist nun ein erster Schritt getan.

So äußerten sich die Abgeordneten der Parteien:

FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann traute der Summe allerdings nicht. "Die 8,7 Millionen scheinen uns gegriffen", betonte er. Heitmann begrüßte, dass nun eine Million in die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs fließt. Einen Anspruch, dass die Stadt das Stadion drittligatauglich macht, habe der KFC Uerdingen jedoch nicht. Er empfiehlt der Stadt, mit dem Verein über eine Kostenteilung zu reden.

CDU-Fraktionschef Philibert Reuters unterstrich: "Unsere Pflicht ist es, den Status Quo zu erhalten. Selbst in der 4. Liga hätte man so nicht weiterspielen können". Auch Reuters schlug eine Beteiligung des Vereins an den Kosten vor. Sei es durch eine Zahlung oder eine Mieterhöhung.

Thorsten Hansen (Grüne) konstatierte, die Stadt habe den Schwerpunkt jahrelang auf Eishockey gelegt und sich auf den KönigPalast konzentriert. Aber nicht nur die Grotenburg sei vernachlässigt worden, viel schlimmer sehe es bei den Bezirkssportanlagen aus. Hansen: "Das sieht man schon, wenn man da mal duscht".

SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen bedankte sich bei der Verwaltung für die Erstellung der von der Politik Mitte März geforderten Vorlage - und für die darin enthaltene Gegenfinanzierung: "Wir geben Mittel für den Erhalt der Spieltauglichkeit frei - kein Euro davon kommt aus dem Breitensport".

Stephan Hagemes, Fraktionschef der Partei Die Linke, wünschte dem KFC den Aufstieg in die 3. Liga. Der Verein und speziell sein Sponsor sollten sich allerdings auch an den für eine Stadionsanierung anfallenden Kosten beteiligen.