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Kastanienhof sucht Pflegefamilien
Geborgener Lebensstart für die Kleinsten

Kastanienhof sucht Pflegefamilien: Geborgener Lebensstart für die Kleinsten
FOTO: Thomas Gwosdz
Krefeld. Der Kastanienhof in Krefeld sucht Pflegefamilien, die vorübergehend Kinder aufnehmen, die nicht in ihren Familien bleiben können. Pflegemutter Ulli erzählt.

 

Es ist erwiesen, dass Kinder am besten behütet in einer Familie aufwachsen. Darauf hat auch der Staat reagiert: Kinder unter drei Jahren, die akut nicht mehr bei ihren Eltern leben können, werden nicht mehr wie früher in einem Heim, sondern bis zur Klärung ihrer Perspektive in Pflegefamilien auf Zeit untergebracht.

In der Region Krefeld begleitet der Kastanienhof diese Familien. Da der Bedarf permanent steigt, sucht der Kastanienhof dringend Pflegeeltern, die einem Kind einen liebevollen und fürsorglichen Start ins Leben ermöglichen.

Ulli ist eine dieser Pflegemütter. Doch wie kommt man dazu, ein Kleinkind bei sich aufzunehmen und es für Tage oder Wochen zu umsorgen wie ein eigenes?

Pflegemutter Ulli macht aus ihrer Motivation kein Geheimnis: "Weil ich noch soviel Platz und Liebe in meinem Herzen habe und wir keine eigenen Kinder mehr bekommen wollten".

Schon in ca. 40 Fällen hat Sie einem Kleinkind einen geborgenen Start ins Leben ermöglicht: "Ich bin immer darauf eingestellt und habe zuhause alles da. Es geht oft sehr schnell, weil es ja meist eine Notsituation ist. Ich bekomme einen Anruf, und wenn ich mich dafür entscheide, hole ich das Kind gleich ab".

Dann beginnt der ganz normale Kinderalltag: Spielplatz, Kinderarzt, Essen.

Pflegekinder haben bis zu zwei Mal in der Woche im Kastanienhof Kontakt mit ihren leiblichen Eltern. Ulli bringt ihre Schützlinge hin. Ihre Erfahrung aus vielen dieser Begegnungen: "Je positiver man den Eltern gegenübertritt, um so besser läuft es. Ich erzähle den Kindern schon zuhause, dass wir zur Mama kuscheln fahren".

Wenn die Zukunft des Kleinkinds geklärt ist, heißt es Abschied nehmen. Uli sagt dazu: "Die Kinder bekommen die gleiche Zuneigung und Fürsorge wie meine Kinder. Auch wenn ich natürlich eine Bindung zu ihnen aufbaue, für die Pflegekinder bin ich die Ulli, und ich forciere nicht, dass sie "Mama" sagen. Trotzdem tut das Abschied nehmen immer auch weh.

Doch zu sehen, wie sie glücklich in eine sichere, geklärte Zukunft entweder zurück zu den Eltern oder in eine andere Pflegefamilie gehen, macht mich glücklich und stolz, so dass jeder Abschied auch die Möglichkeit ist, einem weiteren Kind zu helfen."