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Krefeld.: SPD: Kampagne statt Wahlkampf

Krefeld. : SPD: Kampagne statt Wahlkampf

Die Krefelder SPD präsentierte am Freitag eine auf ihren Spitzenkandidaten Frank Meyer zugeschnittene Kampagne für den Kommunalwahlkampf.

Die Hemdärmel hochgekrempelt, eine Schaufel in der Hand haltend - nein, solche Plakatmotive liegen Frank Meyer überhaupt nicht. Zum einen seien solche Bilder „typisch 80er“, zum anderen „bin das nicht ich“, sagt der 46-Jährige, der sich am 13. September bei der Kommunalwahl von den Krefeldern als Oberbürgermeister bestätigen lassen möchte. Am Freitag stellte der SPD-Spitzenkandidat seine Kampagnmotive, die seit diesem Wochenende in Krefeld zu sehen sind, vor. „Wir wollen keinen Wahlkampf, sondern eine dauerhafte Kampagne für ein besseres Krefeld machen. Diese hat vor fünf Jahren begonnen“, sagt  SPD-Geschäftsführerin Jannika Hansen, die nun in neuer Funktion in ihre Heimatstadt zurückkehrte. Eben jene Kampagne, die von den Krefelder Genossen konzipiert wurde, knüpft an das bisherige Wirken seit Meyers Amtsantritt im Oktober 2015 an und ist für den Spitzenkandidaten quasi maßgeschneidert.  „Wir wollen die bisher geleistete Arbeit weiterführen“, sagt er und räumt augenzwinkernd ein: „Wer mich kennt, wird von den Themen nicht überrascht sein.“

In der Tat: Sein selbsternanntes Lieblingsthema Bildung taucht natürlich auf den Plakaten, die übrigens aus Altpapier produziert wurden, ebenso auf, wie die Kernpunkte Nachhaltigkeit und Mobilität, Finanzen, Sauberkeit und Sicherheit, Umweltschutz und Sport. Meyer versichert, dass sich die Krefelder Sportvereine „auf uns verlassen können“. „Wir werden den konzeptionellen Weg fortsetzen.“ Auch sagt er: „Klimaschutz muss gerecht sein. Er darf aber nicht zulasten der kleinen Leute gehen.“ Das Kampagnenprogramm ist eine Art Mischung aus „Das haben wir schon geschafft“ und „Da wollen wir noch hin“.

Neben großflächigen Plakatierungen mit Zitaten Meyers wird auch ein Kampagneauto durch die Stadt fahren, um die Bürger über die sozialdemokratischen Angebote zu informieren. „Natürlich handelt es sich um ein E-Fahrzeug“, sagt Jannika Hansen.

Bereits seit Mai lädt Frank Meyer die Krefelder in digitaler Form zu so genannten Wohnzimmergesprächen mit Persönlichkeiten aus dem Stadtbild ein. Der Wirt des Jazzkellers oder CHTC-Vorsitzender Dirk Wellen plauderten bereits mit dem Krefelder OB, der sagt: „Ich weiß nicht, ob wir dieses Format ohne Corona gewählt hätten. Aber es macht Spaß.“

Und ganz nebenbei erreicht es auch mehr Menschen als bei einer klassichen Wahlkampfveranstaltung in einem Saal. Mehrere Tausend Internetnutzer, so berichtet Meyer, haben sich die bisherigen Sendungen angesehen. In der kommenden Woche folgt das nächste Gespräch zum Thema „Freundschaft“ mit der niederländischen Europaabgeordneten Vera Tax, die aus Krefelds Partnerstadt Venlo stammt. 

Die Zahl der Wahlplakate haben Krefelds Sozialdemokraten reduziert. Und auch auf die Unterstützung prominenter Gesichter aus Berlin wollen sie verzichten. Ist man am Südwall etwa zu siegessicher? Es ist wohl eher das Vertrauen in das eigene Personal und die Themenschwerpunkte.

„Wir kümmern uns nur um uns und schauen nicht, was die anderen machen“, sagt Frank Meyer gelassen.