: Naturnahes „Nest“ für 130 Kinder

: Naturnahes „Nest“ für 130 Kinder

Für die neue KiTa am Appellweg erfolgte Freitag der erste Spatenstich. Mit vielen Elementen aus der Natur entsteht hier ein „Nest“ für bis zu 130 Kinder - trotz Vorbehalten in der Nachbarschaft.

Den Kindern eine pädagogische Heimat geben, das ist nicht nur der gesetzliche Auftrag für die Stadt Krefeld, sondern auch ihr ausdrücklicher Wunsch. „Umso schöner ist es, dass nicht nur geredet und geplant wird, sondern das wir auch vorwärts kommen“, stellt Dezernent Markus Schön klar. Nach der Kita auf der Cäcilienstraße in Hüls entsteht nun auch im Nordbezirk am Appelweg, in direkter Nachbarschaft zur Hubert-Houben Kampfbahn, eine baugleiche, naturverbundene Einrichtung für bis zu 130 Kinder und 25 Mitarbeiter. Besonderheit dabei: Sie wird zweigeschossig in Holzrahmenbauweise mit flach geneigten und begrünten Dächern errichtet, der Innenhof dient als Allwettergarten, der Charakter der Nachhaltigkeit prägt die gesamte Bauweise und die Gestaltung des Grundstücks. „Durch die Holzkonstruktion entstehen Balkone. So bekommen die Kinder das Gefühl aus einem Nest heraus die Umgebung beobachten zu können“, veranschaulicht Bettina Kempen, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Kleinheyer für die Planung verantwortlich war. In die ist übrigens auch die Expertise aus den einzelnen Fachbereichen der Stadtverwaltung eingeflossen. „Das war eine beispielhaft Zusammenarbeit. Es ging hier nicht nur darum viele Plätze zu schaffen, sondern auch beste Pädagogik anbieten zu können“, erklärt Schön. Rund 6,5 Millionen Euro kostet der Bau, die Fertigstellung ist für den Sommer 2020 geplant.

Pädagogik steht an erster Stelle, doch auch über die reine Anzahl der neu geschaffenen Kita-Plätze freut sich der Dezernent. „Insgesamt fehlen uns 1660 KiTa-Plätze. Wir müssen also jeden Quadratmeter Land zeitnah nutzen.“ Im Nordbezirk können derzeit beispielsweise nur 28,3 Prozent der Kinder unter drei Jahren in einer KiTa untergebracht werden, das ist die zweitschlechteste Versorgungsquote in Krefeld. „Entsprechend glücklich sind wir, dass es nach langer Planung jetzt los geht“, sagt Bürgermeisterin und Bezirksvorsteherin Gisela Klaer (SPD) sichtlich erfreut. Sie und ihre Kollegen in der Politik hatten in der Vergangenheit viele Diskussionen geführt, Vorbehalte in der Nachbarschaft bestehen dennoch bis heute. „In den Gesprächen fiel häufiger das Wort ’Verwahranstalt’, weil es so viele Kinder seien. Auch besteht die Angst, dass das Verkehrsaufkommen zu groß werden könnte, schließlich ist die Einrichtung für alle Kinder im Nordbezirk gedacht. Doch dem wollen wir mit einer Spielstraße und einem schlüssigen Verkehrskonzept von vorneherein entgegenwirken“, kündigt die Bürgermeisterin an. Sie sieht nicht nur den Nutzen für die Einrichtung, die seit der Verlegung der Kita Kinderzeit im Jahr 2015 absolut notwendig geworden ist, sondern auch die Chancen für den Bezirk. „Das Bistro kann beispielsweise von den Bürgern mitgenutzt und zum Treffpunkt für das Quartier werden und auch mit der Sportanlage gibt es sicher Synergieeffekte. Wir sehen die KiTa eher als Aufwertung für die gesamte Nachbarschaft“, so Klaer. Und das nicht nur im übertragenen Sinne, schließlich befand sich vor Baubeginn auf dem 4617 Quadratmeter großen Areal nur eine heruntergekommene Turnhalle und ein altes und ungenutztes Nebengebäude. Eine wilde Müllkippe mit entsprechendem Unrat wurde entfernet und auch der Boden ausgetauscht.

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