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Mit Herz und Technik für die Artenvielfalt
Wildretter schützen Rehkitze, Hasen und Co.

Mit Herz und Technik für die Artenvielfalt - Wildretter schützen
FOTO: Helmut Dresbach
Niederrhein. Der erste Grasschnitt steht an und für die Landwirte geht es jetzt darum, Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren zu ergreifen. Denn tote Kitze in der Grassilage oder in der Heumahd sind ein Anblick, den kein Landwirt möchte.

Unfälle mit Wildtieren lassen sich durch gezielte Maßnahmen größtenteils vermeiden, zum Beispiel durch den Einsatz eines Wildretters, einem Alarmgerät, das die Tiere beim Grasschneiden aufscheucht.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, setzen zahlreiche Landwirte diese Wildretter ein, um Rehkitze, Hasen und Co. zu schützen. Das Alarmgerät wird vorne am Trecker befestigt. Der Wildretter sendet 5 ha weit einen durchdringenden Alarmton mit 105 dB Schalldruck aus. Rehkitze, Hasen und andere Wildtiere werden gewarnt, dass Gefahr im Verzug ist, und bringen sich in Sicherheit.

Für Landwirte liegt der Vorteil des Wildretters nach RLV-Angaben auf der Hand: Es ist nicht nur grausam, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzen, sondern es verunreinigt auch die Silage. Gerettet werden durch das Alarmgerät fast alle Hasen und Kaninchen ab einem Alter von drei Monaten, erwachsene Fasane, Rehkitze ab dem Alter von etwa drei Wochen und jedes erwachsene Wild.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Wild, wie Rehkitze und Hasen, die jetzt ihre Junge aufziehen, vor dem "Mähtod" zu schützen. Wie der RLV dazu mitteilt, gehen Bauern die Fläche vor der Mahd ab und mähen von innen nach außen, um den Wildtieren einen Fluchtweg zu bieten. Zahlreiche Landwirte verwenden bereits so genannte Wildretter, wie der Landesjagdverband NRW bestätigen kann. Jäger und Landwirte arbeiten eng zusammen. Auch Drohnen, die mithilfe von Wärmebildkameras Rehkitze aufspüren, werden eingesetzt.

Landwirte setzen sich mit Herz und Technik für die Artenvielfalt ein. Ob durch Blühstreifen als insektenreiche Nahrungsspender, durch Brachen als Brutstätten oder blühende Zwischenfrüchte. Auch mit dem Einsatz von Wildrettern leisten die rheinischen Bauern einen enormen Beitrag zur Biodiversität. (RLV)