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Ärgernis Verteilerkästen
"Es kommen noch mehr"

Hüls . Die Verteilerkästen in Hüls sorgen für  Ärger. Von Ernst Müller

Martin Reyer hat das Ohr am Volk: "In den letzten Wochen ist es zu vermehrten Beschwerden aus der Bevölkerung über eine deutliche Zunahme von Versorgungskästen im Stadtbezirk Hüls gekommen", wendete sich der Vorsitzende der SPD-Fraktion mit einem Antrag an die Bezirksvertretung. Beim Erscheinungsbild der Kästen sei nicht zuletzt bemängelt worden, dass die teils erheblichen Verschmutzungen das ganze Ortsbild beeinträchtigten.


Hans-Joachim Hofer vom Tiefbauamt konnte jedoch keine Entwarnung geben: "Es kommen noch mehr Kästen", kündigte der Verwaltungsvertreter an.


Das liegt an dem Ausbau des Breitbandnetzes, das für das "schnelle Internet" benötigt wird. Tiefbauamtskollege Rafael Markwald erläuterte:


 Derzeit würden einerseits die alten Kupfernetze für die neuen Anforderungen technisch aufgerüstet, an anderen Stellen aber auch die moderneren, reinen Glasfaserkabel verlegt. Träger der Maßnahmen sind Telekommunikationsunternehmen wie Telekom, Deutsche Glasfaser Holding und andere. Der Ausbau des schnellen Internets werde durch Bund und Land finanziell unterstützt. Der private Haushalt profitiere davon, weil die Datenmengen am heimischen Computer schneller und in größerem Umfang verarbeitet werden können.


Der genaue Zeitpunkt des Ausbaus und die präzisen Verlegungspläne stünden aber noch nicht fest. Dazu seien organisatorische und rechtliche Aspekte zu beachten.


Die Schmierereien an den Verteilerkästen nannte Hans-Joachim Hofer "Kriminalität". Er forderte die Bürger auf, entsprechende Beobachtungen zu melden.


"Wer bestimmt eigentlich, an welchen Standort ein Verteilerkasten hinkommt?", griff FDP-Politiker Klaus-Dieter Ohlig das Unverständnis mancher Bürger auf, wenn Kästen an unglücklichen Stellen steht.


Hofer schilderte den Genehmigungsverlauf innerhalb der Stadtverwaltung. Doch sei nun auf die Schnelle auch nicht zu klären, welche Funktion jeder einzelne Kasten an welchem Standort habe. Dazu sollten sich Verwaltung und Politik noch mal näher abstimmen.