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KFC Uerdingen
Horst Riege ist der letzte Strohhalm

KFC Uerdingen: Horst Riege ist der letzte Strohhalm
Horst Riege bei der Arbeit. FOTO: Samla
Krefeld. Horst Riege löste am Montag, einen Spieltag vor Saisonende, Murat Salar als Trainer des KFC Uerdingen ab - für viele Fans viel zu spät. Er will für den nötigen Sieg gegen Fortuna II am kommenden Samstag sorgen. Von Peter Reuter

Nach zwei Jahren in der Regionalliga stehen beim KFC Uerdingen im Moment die Zeichen auf Abstieg. Mit zwei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und mit einer verheerenden Bilanz im Rücken, würde es für die Blau-Roten am letzten Spieltag fast an ein Wunder grenzen, sollten sie die Klasse dennoch halten.

So ähnlich sieht das auch Horst Riege. Das Uerdinger Urgestein - er war selber fast acht Jahre in den 70ern bei Bayer Uerdingen als Spieler aktiv und wohnt nur 200 Meter von der Grotenburg entfernt - sieht das ähnlich: "Wenn man die Situation genau betrachtet, ist die Lage fast aussichtslos." Riege löste am Montag das Trainergespann Salar/Fecht ab und übernahm gleich die erste Übungseinheit.

Die Ex-Trainer hatten den KFC in der Hinrunde zwischenzeitlich auf den fünften Platz gebracht und ließen ihr Team begeisternden, leidenschaftlichen Fußball spielen.

Doch im Winter kam der Einbruch. In der gesamten Rückrunde holte das Team nur einen Sieg und verspielte damit einen Vorsprung von zehn Punkten auf die Abstiegsränge. Doch viel Zeit bleibt Riege, ihm zur Seite steht Jugendtrainer Gerd Gotsche, nicht um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. "In einer Woche kann man natürlich nicht allzu viel bewirken. Aber wir versuchen jeden Einzelnen auf das Spiel zu fokussieren", so Riege. Denn schon am kommenden Samstag gastiert Fortuna Düsseldorf II in der Grotenburg (14 Uhr). Gegen die Landeshauptstädter muss der KFC gewinnen. Doch nur bei einer gleichzeitigen Niederlage der SG Wattenscheid bleiben die Uerdinger sicher drin. Die Bochumer spielen hingegen zu Hause gegen Wiedenbrück, für die es in der Liga um nichts mehr geht. Sogar ein Unentschieden würde ihnen reichen, da der KFC ein schlechteres Torverhältnis aufweist.

Wie es dann zukünftig weiter geht, ob in der Regional- oder Oberliga, bleibt abzuwarten. Klar ist auf jeden Fall, dass Riege erst einmal nur für dieses Spiel als Trainer einspringt. Er könnte in Zukunft aber als Manager für den KFC arbeiten, schließlich stand er schon seit geraumer Zeit mit den Vereinsverantwortlichen im Gespräch. Riege kennt sich bestens in der 4. und 5. Liga aus, dort arbeitete er jahrelang als Trainer (zuletzt beim SV Sonsbeck) und hat die entsprechenden Kontakte geknüpft. Auch ob der Vorsitzende Lakis und mit ihm der neue 2. Mann, Mikhail Ponomarev, ihr Engagement in der Oberliga fortführen würden, bleibt abzuwarten.