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Ganz besonderer Integrationskurs
Zusammengetrommelt

Ganz besonderer Integrationskurs: Zusammengetrommelt
FOTO: Sekundarschule Grefrath
Grefrath. Den Begriff "Leute zusammentrommeln" hat die Sekundarschule Grefrath wörtlich genommen. Das Ziel des außergewöhnlichen Kurses: Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen in Kontakt bringen.

Die Schüler aus Syrien und Afghanistan nehmen zur Zeit noch an einem speziellen Deutschunterricht teil, bevor sie in die regulären Schulklassen wechseln können. Diese sogenannten DAZ-Schüler (Deutsch als Fremdsprache) haben bisher nur wenige Kontakte zu den deutschsprachigen Jugendlichen in den Regelklassen. Die Idee: Musik bringt Kulturen zusammen – über alle Sprachgrenzen hinweg. Lehrerin Caroline Opgenoorth: "Mit solchen Aktionen soll eine Separation aufgelöst und der Kontakt untereinander intensiviert werden."

Zunächst stand handwerkliche Arbeit auf dem Programm. Im Werkraum der Sekundarschule wurde zwei Tage lang begeistert gehämmert, gesägt und lackiert, bis die Jugendlichen das Ergebnis in Händen hielten: Hochwertige Trommeln, mit denen sofort gemeinsam Musik gemacht werden konnte. "Die Schüler haben super gearbeitet, es gab keinen Stress, und die Gruppen haben sich gegenseitig geholfen", sagt Sozialarbeiter Uli Thiemer, der Initiator des Projektes. Sprachgrenzen hätten beim Trommelbau und beim Musizieren überhaupt keine Rolle mehr gespielt.

Und auch Haßan aus Afghanistan ist von dem Projekt begeistert: "Es war sehr gut, auch mal mehr mit anderen Schülern Kontakt zu haben." Wenn man sich in Zukunft auf dem Schulhof begegnet, kennt und grüßt man sich. Und in wenigen Monaten sehen sich die Jugendlichen vielleicht schon in einem gemeinsamen Klassenzimmer wieder – nach dem erfolgreichem Abschluss der Deutschkurse.

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