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Kempener Schwimmbad aqua sol wird umgebaut
Trotz Protest: 50-Meter-Becken fällt weg

Kempener Schwimmbad aqua sol wird umgebaut: Trotz Protest: 50-Meter-Becken fällt weg
Das 50-Meter-Becken (oben im Bildhintergrund zu erkennen) soll mit einem neuen Hallenbad überbaut werden. FOTO: Stadtwerke Kempen
Kempen. Trotz teils massiver Proteste aus den Reihen der Bürger und einiger Vereine wird das Kempener Schwimmbad ab Herbst 2018 wie geplant umgebaut. Somit wird es in Kempen künftig kein 50 Meter-Becken mehr geben - ein Umstand, den viele Schwimmerinnen und Schwimmer bedauern. Von Alexandra Rottmann

 

Die Bürgerfragestunde im Stadtrat wurde diesmal rege genutzt: Gegner des Schwimmbad-Umbaus meldeten sich zu Wort und wollten wissen, warum die Öffentlichkeit nicht früher über das Thema informiert worden sei und warum es keine intensive Diskussion im Vorfeld der Entscheidung gegeben habe.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich mehrere Bürger schriftlich bei der Stadt gemeldet und angeregt, doch noch eine Lösung zu finden, in der das 50-Meter-Becken erhalten bleibt. Die Stadtwerke Kempen als Bauherr nahmen dazu ebenfalls schriftlich Stellung: Eine Modernisierung des bisherigen Hallenbereichs wäre wesentlich aufwendiger und kostenintensiver als ein Neubau.

Dagegen sei es die preisgünstigste und zugleich "praktikabelste" Variante, das vorhandene 50-Meter-Becken als Baugrube und Platz für ein neues Hallenbad zu nutzen.

In ihrer Stellungnahme räumen die Stadtwerke ein, man sei erst nach der Beschlussfassung auf die Vereine zugegangen und habe die Umbaupläne im Detail vorgestellt. In den darauf folgenden Diskussionen sei allerdings auf spezielle Bedürfnisse der Vereine eingegangen worden, die nun umgesetzt würden: "So wurden beispielsweise zukünftige Übungszeiten abgestimmt. Hierdurch werden Überschneidungen vermieden und die anderen Badegäste während der Trainingszeiten so wenig wie möglich gestört." 

Auch der Schwimmwettbewerb "Burgsprint", der seit vielen Jahren im 50-Meter-Becken ausgetragen wurde, könne in Zukunft weiter stattfinden. Dafür werde das neue Hallenbad mit dem 25-Meter-Becken an einem Tag des Jahres komplett gesperrt.

Das Springerbecken bleibe ebenfalls erhalten und werde dem Tauchsportverein ganzjährig zur Verfügung gestellt. Zusätzlich bekämen Vereine und Schulen künftig zusätzliche Möglichkeiten, die Sprunganlage zu nutzen, sowie einen eigenen, separaten Eingangsbereich:

"Dieser Zugang und der Schwimmbereich werden barrierefrei gestaltet, so dass auch hier der Aspekt Inklusion Berücksichtigung findet." Für den Schwimmunterricht steht nach dem Umbau ein spezielles Kursbecken mit Hebeboden zur Verfügung.

Den Umbau grundsätzlich in Frage zu stellen, ist für die Stadtwerke wie auch wie auch für die Fraktionen im Kempener Stadtrat keine Option. Es gebe keine Alternative zum Umbau und auch nicht zum Wegfall des 50-Meter-Beckens, so lautete das Fazit.

"Wird nur ein Baustein aus diesem Gesamtkonzept herausgebrochen, kann es so nicht umgesetzt werden", heißt es in der Stellungnahme der Stadtwerke. Ohne Sanierung müsse das Bad in wenigen Jahren geschlossen werden.

Trotz dieser Argumente bleibt offenbar für viele Kempener eine große Enttäuschung und ein gewisser "Beigeschmack". Das "gewisse Etwas" des Bades werde verloren gehen, so heißt es in einer schriftlichen Bürgeranregung: "Das 50-Meter-Becken ist in vieler Hinsicht das Prunkstück, das Aushängeschild, das Herz, das von vielen bewunderte und teils geneidete Objekt des Freibades."

Für die Stadtwerke sei das 50-Meter-Becken vielleicht verzichtbar, nicht aber für viele  Schwimmerinnen und Schwimmer, denen der Wegfall des Beckens "extrem wehtue".

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