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Krefeld
Rollender Butler für die Nepal-Hilfe

Krefeld: Rollender Butler für die Nepal-Hilfe
Diener-Kluft und leichtes Gepäck: So ist „Spenden-Butler“ Jörn Dreuw am Niederrhein unterwegs. FOTO: jps
Krefeld. Jörn Dreuw zockelt im Butler-Outfit auf einem Elektro-Einrad durch Stadt und Land. Er will auf Hilfsaktionen für die Erdbebenopfer in Nepal aufmerksam machen. Der "Spenden-Butler" sammelt allerdings kein Geld. Von Jan Popp-Sewing

Jörn Dreuw zieht die Blicke auf sich. Im Butler-Frack mit Weste, schwarzer Krawatte, blitzenden Lackschuhen und den obligatorischen weißen Handschuhen rollte der 45-Jährige am Donnerstag durch die belebte Fußgängerzone.

Überraschend ist aber nicht nur sein die Hitze völlig ignorierendes Outfit (im Sommer nur ergänzt durch einen schwarzen, breitkrempigen Hut), sondern sein lenkerloses Transportmittel: Der Aachener fährt auf einem Elektro-Einrad. Gesteuert wird das wendige Gefährt durch Verlagerung seines Gewichts.

Mit bis zu 20 km/h kommt er damit voran. Genug, um sogar mit Radlern ins Gespräch zu kommen (durch die Innenstadt rollt er natürlich nur gemächlich). Alle 25 Kilometer muss die Batterie aufladen werden.

Dreuw hat eine Mission: Er will auf distinguierte Art und Weise auf die Folgen der schweren Erdbeben in Nepal aufmerksam machen. Sein Ziel - ohne aufdringlich zu wirken - um Spenden für Hilfsorganisationen zu werben.

Er selbst nimmt kein Geld an und hat auch keien Spendenverträge im Gepäck (was ihn angenehm von den lautstark-penetranten  "Spendensammlern" unterscheidet, die im Sommer in die City einfallen).

Das Outfit ist übrigens keine Verkleidung. Dreuw kommt beruflich aus den Medien, hat lange als Redakteur bei "Focus Online" gearbeitet. Während eines Sabbaticals hat er eine Ausbildung zum Butler an der Ausbildung an der renommierten niederländischen "International Butler Academy" absolviert.

Aktuell nimmt er eine berufliche Auszeit und wollte eigentlich erst mit Freunden etwas für Asylbewerber in München tun. Dann kam das Nepal-Erdbeben - und bei ihm wuchs die Idee seine Butler-Kenntnisse für den Guten Zweck zu verwenden. Der "Spenden-Butler" war geboren.

Seine Niederrhein-Tour führt ihn in den nächsten Tagen über Duisburg und Wesel nach Emmerich. Zuvor war er schon an der Donau unterwegs. Der Medien-Profi sagt natürlich vorher bei den Lokalzeiungen Bescheid und hinterlässt so eine breite mediale Spur.

Der Spenden-Butler auf Facebook:

 

Schon wieder Berlin? Nein, ich bin hier schon richtig in Wesel, wenn auch hinter mir das Berliner Tor steht. ;-) #nepal...

Posted by Spenden-Butler on  Dienstag, 4. August 2015

Hintergrund der Aktion: Am 25. April wurde Nepal von einem verheerenden Erdbeben erschüttert. Am 12. Mai gab es ein zweites starkes Erdbeben.Tausende Menschen starben, Zehntausende wurden verletzt, Hunderttausende sind obdachlos und Millionen ihrer Existenz beraubt.

In Europa sorgte man sich vorwiegend um das Schicksal bergsteigender Luxus-Touristen. Das Thema verschwand schnell wieder aus der Berichterstattung.

"Was dringend benötigt wird, sind Spenden – aber noch fehlen hunderte Millionen. Soforthilfe ist für das Land existenziell", sagt Dreuw. Er betont, die Wichtigkeit, auch langfristige Projekte zu unterstützten.

Mit seiner Aktion will er für vier Organisationen werben: Shanti Leprahilfe Dortmund, Back to Life, Sahaya – Hilfe für Nepal und Himalayan Project, die Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

Mehr Infos auf http://spenden-butler.de

(StadtSpiegel)