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Brisante Kunst
Naturschönheit damals - und heute?

Natur im Museum
Trio vor Fotoarbeiten: Das Künstlerduo Bik Van der Pol nimmt Kuratorin Constanze Zawadzky in die Mitte. An der Wand Bilder von künstlichen Habitaten, in denen Natur konserviert wird. FOTO: Müller
Krefeld. Klimawandel und Umweltzerstörung. Ein Künstlerehepaar nimmt sich des brisanten Themas an. Von Ernst Müller

Das niederländische Künstlerduo Bik van der Pol hat schon in der ganzen Welt ausgestellt. "Gerne arbeiten die beiden Künstler ortsbezogen", erklärt Kuratorin Constanze Zawadzky im Kaiser-Wilhelm-Museum. So auch in Krefeld.

Das Ehepaar stöberte in Archiv und Magazin des Kaiser-Wilhelm-Museums und suchte Kunstwerke, mit denen sich die Veränderung des Planeten darstellen lässt. Diesen Bestand ergänzte es durch eigene Kreativität.


So hängt nun in einem Saal des KWM ein riesiges Landschaftsgemälde aus der Düsseldorfer Malerschule des 19. Jahrhunderts. Genau gegenüber eine nicht weniger große Landschaftsfotografie des aktuellen Fotokunststars Andreas Gursky, ebenfalls aus Düsseldorf. Zwischen beiden Werken, die die Natur zum Thema haben, laufen Videos von der Renaturierung einer zerstörten Landschaft in Australien.


"Mama, was ist eigentlich Natur", heißt die Ausstellung, die mit einem ängstlichen Blick auf die tickende Uhr endet, die die Notwendigkeit rascher Umsteuerung symbolisiert. Die Überschrift ist einem alten Zeitungsartikel des Jahres 1971 entnommen, den die Künstler im Archiv entdeckt hatten. Schon in den 70er Jahren begann das Nachdenken über die Zerbrechlichkeit der Mutter Erde.


Die Ausstellung findet im Rahmen der Reihe "Sammlungssatelliten" statt. Darin lassen KWM-Direktorin Katia Baudin und ihr Team auswärtige Künstler ins Magazin, um sich mit dem Krefelder Bestand an Kunstwerken produktiv zu beschäftigen.


Das haben Bik van der Pol getan und sind dabei auf ein überregionales und übernationales Thema gestoßen. Die Ausstellung läuft bis 5. Mai 2019.


Im "Studio 2" des Kaiser-Wilhelm-Museums hat die Museumspädagogik ein "Umweltzentrum im Kleinformat" eingerichtet. Mit Unterstützung des "richtigen" Umweltzentrums am Hülser Berg können dort Kinder und Erwachsene ihre Sensibilität für den Naturgedanken der Ausstellung durch eigene Handarbeiten vertiefen.