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Auch Krefeld betroffen
Nach 20 Strafanzeigen: Zoos werfen Peta Aktionsmus vor

Auch Krefeld betroffen: Nach 20 Strafanzeigen: Zoos werfen Peta Aktionsmus vor
Peta wirft den Zoos Tierquälerei gegenüber (unter anderem) Flamingos vor. FOTO: Hans Hillewaert / CC-BY-SA 3.0
Krefeld. Die Tierschutzorganisation Peta hat angekündigt, 20 Zoos wegen "Verstümmelung von Vögeln" anzuzeigen. Peta wirft auch dem Krefelder Zoo Tierquälerei vor. Die Tierparks reagieren gelassen. Von Jan Popp-Sewing

Krefelds Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen kommentiert: "Der Zoo Krefeld verhält sich bei der Vogelhaltung gesetzeskonform. Eine weitere Stellungnahme zur Peta-Anzeige wird erst nach Akteneinsicht erfolgen."

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) sieht den Anzeigen  ruhig entgegen. "Für uns ist klar, dass unsere Mitglieder die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes gewissenhaft einhalten – nicht zuletzt, weil neben der Betreuung durch unsere Veterinäre auch die umfassende Kontrolle der Behörden gegeben ist", sagt VdZ-Geschäftsführer Volker Homes.

Peta hat mitgeteilt, 20 Zoos wegen des Beschneidens von Federn von Wasservögeln angezeigt zu haben. "Um sie am Wegfliegen zu hindern, werden die Tiere durch regelmäßiges Beschneiden der Federn oder chirurgische Eingriffe flugunfähig gemacht. Diese Maßnahmen sind ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", heißt es von Peta.

Die Anzeigen liegen den betroffenen Zoos noch nicht vor.

"Peta ist immer schnell mit Anzeigen und Aktionen, aber die Niederlagen vor Gericht in der Vergangenheit - auch in zahlreichen Verfahren, die Zoos betreffen - haben gezeigt, dass es sich dabei oft genug um unbegründeten Aktionismus handelt", sagt Volker Homes.

Zuletzt machte Peta in Krefeld Schlagzeilen, als die Organisation 1000 Euro für Hinweise in einem Fall von angeblich am Hülser Berg weggeworfenen Hundewelpen ausgelobt hatte. Das "Verbrechen" entpuppte sich später als reine Erfindung.