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Junge Designer zeigten Abschlussarbeiten
Grenzen überschreiten

Junge Designer
Aufmerksamkeit: Mit einer bunten Installation auf dem Grünstreifen des Frankenrings machten die Studenten des Fachbereichs Design die Öffentlichkeit auf ihre Werkschau aufmerksam FOTO: Müller
Krefeld . Das kreative Potenzial der Designstudenten war jetzt in einer großen Werkschau zu erleben. Von Ernst Müller

Antonia Schönert hat ein ungewöhnliches Thema für ihre Bachelorarbeit gewählt. Die Absolventin des Fachbereichs Design an der Hochschule Niederrhein richtete die feierliche Werkschau aus, auf der die anderen Absolventen am Wochenende ihre Abschlussarbeiten präsentierten.


Die Werkschau war öffentlich zugänglich für alle Krefelder und beinhaltete Musikbühne, Verköstigung und Rahmenprogramm. "Ziemlich viel Arbeit", stöhnte die Studentin, die in diesen Tagen nie viel Zeit hatte, stets zwischen den einzelnen Projekten hin- und herpendelte. Zwar stand ihr ein Team von 20 jüngeren Studenten zur Seite, ebenfalls Dekan Prof. Dr. Erik Schmid, aber für die "Chefin" blieb noch genug zu tun. Ein Bachelor will eben hart erarbeitet werden.


Davon zeugen auch die anderen Arbeiten, die auf der bunten und musikalisch eingerahmten Werkschau präsentiert wurden. So lagern zum Erstaunen des interessierten Publikums im Töpferraum bereits die nächsten Krefelder "Weihnachtstassen", die stets im Winter von der Stadt Krefeld prämiert werden und dann als Aushängeschild Krefelds in den öffentlichen Verkauf gehen.

Glückliche Menschen
am Nordkap

Die Fotokünstlerin Carla Grendiger hat für ihre Abschlussarbeit die Grenzen Krefelds weit überschritten. Sie reiste in den dünn besiedelten Norden Norwegens und hielt mit der Kamera "glückliche Menschen" fest, die mit ihrem Leben zufrieden sind.


"Grenzen überschreiten" war auch der Grundgedanke der Absolventen Michelle Deckers und Lies Wolf, die eine begehbare Installation geschaffen haben. Im ersten Moment irritieren die schwebenden Rahmen und vorgezeichneten Wege. Das ist beabsichtigt. "Nun kann sich jeder Besucher entscheiden, ob er die Grenzen überschreitet", erklärte die angehende Produktdesignerin Michelle.


Für das allgemeine Publikum verblüffend waren vor allem die Gegenstände, die ihre Existenz dem 3D-Drucker verdanken. In einem eigenen Raum hat die Hochschule mehrere dieser technischen Wunderwerke aufgestellt und gleich daneben in einem zimmerhohen Regal die entstandenen Produkte. Der Niederrhein ist up to date.
Damit auch jeder Passant erfuhr, dass im Hochschulgebäude am Frankenring die große Werkschau stattfand, errichteten Studenten auf dem Grünstreifen knallbunte Windfänge. So bunt wie die Schau selbst, die die Kreativität unserer jungen Designergeneration trefflich widerspiegelte.