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Werner-Rittberger-Halle gesperrt / Ausfall von zwei Jahren droht / Probleme mit Kühlanlage
Horror-Szenario für Eissport

Genf für Pinguine zu stark
Genf für Pinguine zu stark FOTO: Samla
Krefeld. Die Schließung der Werner-Rittberger-Halle ruft bei den eissporttreibenden Vereinen in Krefeld Existenz-Ängste hervor. Abermals gibt es Probleme mit der Ammoniak-Kälteanlage. Die 1963 erbaute Sportstätte könnte diesmal sogar für zwei Jahre gesperrt bleiben.
 
Von Jörg Zellen

"Das ist eine Hiobsbotschaft", sagt Achim Staudt, Obmann des Krefelder EV 81, mit Blick auf die Schließung der Werner-Rittberger-Halle, und ergänzt: "Dies kann für alle Eissport-Vereine in Krefeld existenzbedrohend sein."

In dieser Woche übermittelte die Stadtverwaltung den Clubs die "Horror-Nachricht", dass aufgrund von Problemen mit der Ammoniak-Kälteanlage die Eishalle ab sofort geschlossen bleiben muss. "Da gibt es auch null Ermessensspielraum", erklärte Sportdezernent Thomas Visser am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung.

An manchen Stellen sei die "Wandstärke der Leitungen nur gut die Hälfte dessen, was vorgeschrieben ist". "Wir dürfen nicht mit der Gesundheit der Besucher spielen, auch wenn dies nun drastische Konsequenzen mit sich bringt", sagt Visser weiter.

Fakt ist: Die Werner-Rittberger-Halle wird mindestens bis Mitte des kommenden Jahres gesperrt bleiben. Ob auch die Eiszeit 2017/2018 betroffen sein wird, ist noch unklar. Visser spricht von einer "theoretischen Chance".

Aber wieso überhaupt dauert es so lange, die defekten Leitungen zu reparieren? Die Erklärung: "Wie man uns mitteilte, werde die Machbarkeitsstudie erst im ersten Quartal 2017 vorliegen", berichtet Achim Staudt. "Wir sind angehalten, uns an ein förmlich vorgeschriebenes Verfahren zu halten", ergänzt Thomas Visser. Die Ausschreibung und Vergabe nehmen so viel Zeit in Anspruch. Erst dann kann mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.

So lange können die eissporttreibenden Vereine in Krefeld allerdings nicht warten. Am kommenden Mittwoch treffen sich Vertreter aller Eis-Clubs zu einer "Task Force", um schnellstmöglich nach Lösungen zu suchen. "Wir haben alle einen guten Draht zueinander. Aber das Hauen und Stechen um die Eiszeiten wird zwangsläufig kommen", befürchtet Achim Staudt.

Der König Palast kommt für ihn als dauerhafte Ausweichmöglichkeit übrigens nicht in Betracht: "Die Kosten sind zu hoch, die Infrastruktur fehlt dort."