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Doppelstöckige Fahrradboxen in Krefeld
Gute Idee oder Schildbürgerstreich?

Doppelstöckige Fahrradboxen in Krefeld: Gute Idee oder Schildbürgerstreich?
Aufbau von doppelstöckigen Fahrradboxen in Oberhausen. FOTO: Presseamt Stadt Krefeld
Krefeld. In Krefeld entstehen 172 abschließbare Fahrradboxen, so viel wie in keiner anderen NRW-Stadt. Aus Platzmangel baut man sie zum Teil übereinander. Von Jan Popp-Sewing

 An zwölf Standorten in Krefeld sollen im Frühsommer abschließbare Boxen für Fahrräder aufgestellt werden. Die Miete für eine Box kostet pro Tag einen Euro, pro Woche fünf Euro, pro Monat 15 Euro und pro Jahr 90 Euro.

Wegen der Vielzahl der Boxen, sollen sie auch übereinander angeordnet werden. Das Rad wird dann in eine Führungsschiene gestellt und darin hochgeschoben - und auf diesem Wege auch wieder herausgezogen.

Ist das nun eine gute Idee für die diebstahlgeplagten Radler oder ein Schildbürgerstreich, der mit verwaisten Doppelstock-Anlagen endet?

Der Krefelder ADFC-Vorsitzenden Andreas Domanski sagt: "Wir haben selber noch keine Erfahrung mit Doppelstockanlagen und natürlich erst recht nicht mit den neuen Modellen, die jetzt aufgestellt werden".

Ob überall Doppelstöcker zum Einsatz kommen oder nur dort, wo die Grundfläche knapp ist, wisse bis jetzt auch nur die Stadtverwaltung.

In den Niederlanden seien (offene) Doppelstock-Fahrradparkanlagen vielerorts zu finden. "Und von dort sind keine Probleme bekannt", so Domanski. Bei schweren Pedelecs könnte er sich allerdings vorstellen, "dass insbesondere bewegungseingeschränkte Personen zumindest anfangs Schwierigkeiten haben".

Insofern wäre es nach Ansicht des ADFC-Sprechers gut, wenn im geplanten Online-Buchungssystem angezeigt werde, auf welchem Niveau die reservierte Box sein wird. Domanski: "Wir sind auch gespannt auf die Resonanz". Finanziert wird das Programm aus Bundesmitteln.

Die Standorte in Krefeld

Neben sechs Boxen am Bellenweg sind vorgesehen: Hüls Betriebshof (10), Edelstahlwerk Tor 3 (6), Bahnhof Uerdingen (34), Grundend (10), Bahnhof Oppum Hochfelder Straße (16) sowie Werkstättenstraße (38), Königshof (11), Eichhornstraße (fünf), Am Schicksbaum (sechs), Hauptbahnhof (24) und Im Benrader Feld (sechs).