Einschränkungen für Bitcoin-CFDs: Ein wenig Zeit bleibt

Einschränkungen für Bitcoin-CFDs: Ein wenig Zeit bleibt
FOTO: ©istock.com/D-Keine
Ende 2017 sind Kryptowährungen endgültig aus dem Schatten getreten und haben starke Signale in die Finanzwelt geschickt. Die steigende Popularität bleibt jedoch nicht ohne Folgen.

Eine kurze Geschichte von Bitcoin und Co.

Der Bitcoin existiert mittlerweile seit rund zehn Jahren und blickt auf eine einmalige Geschichte zurück. Anfangs als spannendes Nischenprodukt betrachtet, legte die Kryptowährung bald erste Rallyes hin. Der endgültige Durchbruch ließ allerdings auf sich warten. Parallel dazu wuchs der Kryptomarkt um unzählige Teilnehmer: Namen wie Litecoin und Ethereum schafften es ebenfalls zu großer Bekanntheit, das Marktvolumen konnte konstant zulegen.

Im Dezember 2017 erreichte die Entwicklung ihren Höhepunkt, als der gesamte Markt in neue Sphären vordrang. Der Boom war real und lockte viel frisches Geld an, als Folge erreichten viele Kryptowährungen geradezu absurde Renditen. Der Dämpfer, der kurz darauffolgte, korrigierte die Kurse zwar, doch seitdem sind Kryptowährungen im allgemeinen Gedankengut fest verankert. Im Zuge des Aufschwungs entstanden außerdem weitere Finanzprodukte, und zwar CFDs, die den Bitcoin als Basiswert nutzen. Die potenziellen Renditen solcher Produkte liegen auf der Hand: Starke Gewinne in kurzer Zeit sind bei Kryptowerten durchaus alltäglich. Kombiniert mit einem Hebel sind die Gewinnchancen entsprechend überdimensional.

Regulierungen betreffen nicht nur Kryptowährungen

Diese (und andere) Trends riefen die Kontrollbehörden auf den Plan. Ende März 2018 beschloss die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), dass CFDs mit einer Hebel-Obergrenze ausgestattet werden müssen. Binäre Optionen werden sogar ganz verboten. In einer Zeit, in der Forex-Broker zahlreiche FX-Paare für jede Investmentstrategie anbieten, scheinen solche Maßnahmen nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein. Das Ziel, den Handel nicht allzu sehr ausufern zu lassen, wird also mit Regulierungen angegangen.

Und diese betreffen auch Krypto-CFDs. Aufgrund der hohen Volatilität, die selbst vor dem "großen" Bitcoin nicht Halt macht, ist die Hebel-Begrenzung hier besonders rigide. Ein Hebel von 2 wird bald das Maximum sein. Obwohl die Regulierungen beschlossene Sache sind, bleibt Tradern noch ein wenig Zeit, die altbekannten Bedingungen auszunutzen. Aktiv werden die Beschränkungen nämlich erst im Mai oder Juni.

Gewiefte Händler können jetzt also noch zugreifen. Produkte mit sehr großen Hebeln sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Unerfahrene Käufer, die auf riesige Gewinne mit kleinem Einsatz hoffen, verbrennen sich an solchen Papieren erfahrungsgemäß schnell die Finger. Für einen bestimmten Teil der Trader machen die neuen Beschränkungen also keinen großen Unterschied. Alternativ dienen sie dem Selbstschutz. Blickt man auf die vielen existenzbedrohenden Finanz-Eskapaden der Vergangenheit zurück, ist dieser Weg vielleicht nicht ganz verkehrt.