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Neues Zentrum
Digitales Lernen

Digitales Zentrum
Digitales Lernen: Julia (l.) und Matilda haben eine Plattform gebaut und programmiert, die die Stabilität von Häusern bei Erdbeben testen kann - im Miniformat. Alle Achtung! FOTO: Müller
Krefeld . Krefeld hat ein Zentrum für digitale Lernwelten eröffnet. Es steht allen Schulen offen. Von Ernst Müller

Das neue "Zentrum für digitale Lernwelten" nahmen die Sechstklässler der Gesamtschule Uerdingen bereits in Beschlag. Julia und Matilda haben ein Gerät gebaut, mit dem sich überprüfen lässt, ob ein Haus einem Erdbeben standhalten würde. Wenn Matilda auf ihr Tablet tippt, beginnt die kleine Plattform eruptiv zu zucken und das Haus darauf vibriert.


Zu Besuch kommen Oberbürgermeister Frank Meyer und sein "Zukunftsdezernent" Markus Schön. Sie beugen sich neugierig über die Schüler mit ihren Schaltbaukästen, Sensoren und Tablets, mit deren Hilfe die 11-Jährigen bewegliche Roboter basteln und programmieren.


"Junge Leute müssen die digitale Technik beherrschen können und dürfen nicht von ihr beherrscht werden", begründet OB Meyer die Einrichtung des neuen Lernzentrums im Behnisch-Haus. Dies sei wesentlich für die mündige Teilhabe an der digitalisierten Gesellschaft, aber auch eine Schlüsselqualifikation für moderne Arbeitsplätze.


"In allen Krefelder Schulen werden jetzt Richtlinien für den Medienunterricht entwickelt", ergänzt Ann-Kathrin Kamber, Leiterin des digitalen Kompetenzteams in Krefeld. Das neue Zentrum bietet den Schulen dazu einen idealen Lernraum.


Zu verdanken ist das Lernzentrum nicht nur der Stadt, sondern vor allem der Firma Covestro. Das weltweit agierende Unternehmen mit Standort in Krefeld hat mit einer Spende von 19.000 Euro das digitale Lernzentrum eingerichtet. "Es ist wichtig, dass Kinder, Jugendliche, aber auch Lehrer auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorbereitet werden", bekräftigt Covestro-NRW-Chef Dr. Daniel Koch die Zuwendung.


So erfahren Schüler und Lehrer im neuen Lernzentrum nun alles über Algorithmen, Programmieren und Steuerung von komplexen Technologien. Lernsoftware steht zur Verfügung, damit Kinder spielerisch ins Programmieren eingeführt werden. Zur Präsentation der Ergebnisse gibt es hier moderne Medien wie Smart-TV, Notebooks, Audioanlage und sogar einen 3D-Drucker.


OB Meyer betont: "Wir führen in Krefeld ein Schulsanierungsprogramm für 143 Millionen Euro durch." Dazu zählt auch ein Rahmen für das digitale Lernen.


Julia, Matilda und ihre Klassenkameraden dürfen sich darüber freuen. Was für uns Erwachsene nicht selten ein Buch mit sieben Siegeln bleibt, wird für sie einst selbstverständlicher Bestandteil ihrer Lebenswelt sein.