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Kunstverein übergibt Dokumente an Stadtarchiv
Die Aufreger unserer Eltern

Kunstverein übergibt Dokumente an Stadtarchiv: Die Aufreger unserer Eltern
Übergabe: Vorsitzende Elke Meyer-Michael überreicht Vereinsunterlagen an Archivdirektor Dr. Olaf Richter. Sie umfassen den Zeitraum von 1911 bis zur Gegenwart. Ein fruchtbares Betätigungsfeld für neugierige Forscher. FOTO: Müller
Krefeld . Was Bürger zu leisten vermögen, lässt sich an der Geschichte des Krefelder Kunstvereins ablesen. Die Mitglieder waren es, die 1897 das Kaiser-Wilhelm-Museum aus der Taufe hoben. Heute betreiben sie eine Kinder-Malschule. Jetzt kommt das Vereinsarchiv ins Stadtarchiv. Von Ernst Müller

"Wir versuchen, die Gegenwart zu verstehen", fasst Vorsitzende Elke Meyer-Michael den letztendlichen Zweck des Kunstvereins zusammen. Wie könnte ein solches Verständnis besser und angenehmer wachsen als über die Aneignung zeitgenössischer Kunst?
So denken mehr als 750 Krefelder, die teils allein, teils mit der Familie als Mitglieder eingetragen sind.


So dachten auch schon die Vorfahren. Immerhin wurde der Vorläufer des Vereins bereits 1860 gegründet, damals noch als Handwerker- und Bildungsverein. 20 Jahre später begannen die Sammlungen zur Errichtung eines Kunstmuseums, des heutigen Kaiser-Wilhelm-Museums.


Den Gang durch die Geschichte können Interessierte nun im Krefelder Stadtarchiv an Girmesgath nachvollziehen. Elke Meyer-Michael übergab 36 Kartons mit Unterlagen an Archivdirektor Dr. Olaf Richter.


"Ein großer Gewinn für unser Haus", freut sich der Archivar. Denn anhand der Verträge mit Künstlern und Leihgebern, Ausstellungsnachweisen und Pressekritiken lässt sich auch der gesellschaftliche Wandel nachzeichnen. "Früher sorgte moderne Kunst noch für Aufregung", greift Meyer-Michael einen Aspekt heraus, "das ist heute kaum noch der Fall." Dafür wird mehr Event-Charakter nachgefragt.